11.11.2015 – 15.11.2015

Ach, Baunatal deine Felder! Installation eines Hörstücks von Studierenden der Kunsthochschule Kassel

Eine Kooperation der Basisklasse Bildende Kunst (Prof. Jens Brand) und der Klasse Film und bewegtes Bild (Prof. Jan Peters und Volko Kamensky) an der Kunsthochschule Kassel für hr2-kultur (Stefan Fricke, Redakteur für Neue Musik und Klangkunst) in Zusammenarbeit mit dem 32. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest.
 
Ein Teil der zahlreichen Kooperationen zwischen der Kunsthochschule Kassel und dem Kasseler Dokfest ist die Filmreihe Ton-Bild-Zeit: Filmemacher/innen und ihr Werk, die seit drei Jahren im Filmladen Kassel stattfindet und die Grundlage bildete für eine aufwendige Zusammenarbeit während des vergangenen Dokfestes: Die Sonderausstellung Counter-Histories / Counter-Stories – eine Kooperation der Klasse Film und bewegtes Bild an der Kunsthochschule Kassel und der Option Information / Fiction (Prof. Frank Westermeyer, Prof. Bruno Serralongue, Prof. Pascal Beausse und Bénédicte Le Pimpec) an der HEAD (Haute école d'art et de design) in Genf in Zusammenarbeit mit dem Kasseler Dokfest. Die Weiterführung der Zusammenarbeit und ihre Funktion als Impulsgeber und Plattform, mündet beim diesjährigen Dokfest in der Ausstellung „Ach, Baunatal deine Felder! (indoor version)“.
 
Wer Kassel kennt, kennt Baunatal.
Wer träumte nicht einmal von deinen Fliesen, Fließbändern oder Feldern?
Ach, Baunatal!
Als Einkaufsmetropole wirst du unterschätzt,
in deiner Randlage oft überbewertet.
Du bist der Ort, zu dem die 5 fährt.
Das ist nicht nur schön, sondern auch praktisch.
Und von der Kunsthochschule leicht zu erreichen.
Wo sonst, wenn nicht bei Dir sollten die Studierenden akustische Feldforschung betreiben?
 
Wie die meisten Geschichten, so hat auch diese ihre zwei Seiten. Wahrer Anlass des Unterfangens ist nämlich die Einladung von hr2-kultur, namentlich des für Neue Musik und Klangkunst zuständigen Redakteurs Stefan Fricke, einen Beitrag für die Sendereihe „Hessen Hören“ zu produzieren. Die Sendereihe hat sich zum Ziel gesetzt, eine akustisch-ästhetische Topographie Hessens entstehen zu lassen, was seit 2010 zu einer Aufzeichnung von über 30 Kompositionen und damit auch Orten des Bundeslandes geführt hat.
 
"Jeder Ort ist ein ganz individueller Klangort, ein akustisches Unikat. So auch die Städte, Dörfer, Ortschaften, Landmarken Hessens, dem historischen Sendegebiet des Hessischen Rundfunks. Radiophone Kompositionen, Sound Art-Werke, artifizielle Schallstücke – mikrofoniert und realisiert von Komponisten und Komponistinnen, von Klangkünstlerinnen und Klangkünstlern mit hessischem Lebenshintergrund – fixieren, analysieren, kommentieren die (Klang-) Orte.“ (Stefan Fricke)
 
Nun hat es dank einer Gruppe von Studierenden der Kunsthochschule Kassel auch Baunatal getroffen. Unterstützt durch Workshops mit Tobias Böhm und hans w. koch und unter Anleitung von Jan Peters, Volko Kamensky und Jens Brand entstand: „Ach, Baunatal Deine Felder!“
 
Kern des Stückes ist die 24-stündige Tonaufnahme eines Feldes am Rande von Baunatal. Der Tag der Aufnahme war Freitag, der 6. Februar 2015. Nach Aussage einiger Beteiligter gefror der Tee nachts in der Thermoskanne, tagsüber war es aber auch manchmal ganz schön.
Zu jeder vollen Stunde wechselten die Aufnahmesysteme und die Aufnahmeleitung.
Aus jedem dieser 24 Segmente wurde von der jeweiligen Aufnahmeleitung eine Minute unbearbeitet extrahiert.
Das Stück besteht aus der chronologischen Aneinanderreihung eben dieser 24 Minuten.
Die besondere Atmosphäre der nordhessischen Metropole mündete darüber hinaus in der Realisation von sieben kurzen Hörstücken:
 
„Fleisch“ von Anja Schweda und Gesina Glodeck
„ohne Titel“ von Sophie Hilbert
„Eine Ampel in Baunatal“ von Lucie Friedericke Mueller
„Aquarienfreunde Baunatal e.V.“  von Arianna Waldner Bingemer
„Die Stadt im Grünen“, „Kulisse Baunatal“, „Die Mutter“, „Jan Peters Ding“ von Jan Heise und Noddy Werner
 
Wie auch in Hollywoodproduktionen nicht unüblich gilt der „Director’s Cut“ aufgrund seines expliziten Materials und seiner ausgeprägten Akustik als bisher nicht sendefähig. Es wird weitergearbeitet, bis es jedoch soweit ist und der Hessische Rundfunk das Projekt in die Welt sendet, haben die Besucher/innen des Kasseler Dokfestes die einzigartige Möglichkeit, das Material in seiner ganzen, weit über Stereoton herausgehenden Räumlichkeit und in den perfekten akustischen Settings der Interimshöranstalten erforschen zu können.

Beteiligte Künstler/innen:
Gizem Akbas, Joey Arand, Tanja Böhme, Gesina Glodek, Jan Heise, Sophie Hilbert, Annagenia Jacob, Malin Kuht, Paul Mayer, Lucie Friederike Müller, Annika Nesheim, Eeva Ojanperä, Johannes Rieder, Sita Scherer, Bernat Schneider, Anja Schweda, Ricarda Stöneberg, Arianna Waldner Bingemer, Franziska Wank, Noddy Werner
 
Ach, Baunatal deine Felder! (indoor version)
 
Interim am at KulturBahnhof
Franz-Ulrich-Straße 16
 
Eröffnung Opening: Mittwoch, 11.11. / 21:00 Uhr.
Einführung: Jens Brand, Volko Kamensky, Jan Peters
 
Ausstellungsdauer duration of the exhibition:
Mi. 11.11. bis So. 15.11.2015.
Öffnungszeiten der Ausstellung Opening hours
Mi. 11.11. 21:00 – 23:00
Do. 12.11. 15:00 – 21:00
Fr. 13.11. 15:00 – 21:00
Sa. 14.11. 15:00 – 21:00
So. 15.11. 15:00 – 20:00

Interim am Kulturbahnhof Kassel

Franz-Ulrich-Str. 16, 34117 Kassel



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