Aby Warburg, Mnemosyne, Tafel 46

03.11.2015 14:00-17:00 UHR

"Warburgs Konstellationen. Zum Denken in Bildern"

Vortrag zu Warburgs Bilderatlas und seinen Reanimationen von Dr. Dorotheé Bauerle-Willert

Lieber Aby Warburg – warum sind Sie so in Mode gekommen, fragte Wolfgang Ulrich in der ZEIT anlässlich einer Ausstellung in Siegen, die Tableaus und Installationen, Montagen und Arrangements meist jüngerer Künstler versammelte. Seit einiger Zeit beziehen sich etliche Ausstellungen und Kunstwerke auf Aby Warburgs zwischen 1924 und 1929 zusammengestellten, unvollendet gebliebenen Bilderatlas Mnemosyne. Warburg hat in der Auseinandersetzung mit Bildern völlig neue Wege beschritten, indem er sich über die herkömmlichen kunsthistorischen Stil-Unterteilungen hinwegsetzte und radikal neue Fragestellungen in die bestehende Auffassung von Kunst eingeführt hat.

Der Bilderatlas, eine flexible Konfiguration von aus Einzelbildern kombinierten „Bildertafeln“, Bilderfamilien, die Hypothesen über Entwicklungs-, Ordnungs- und Beziehungsgeflechte zwischen verschiedenen Kulturleistungen und -epochen visualisieren, ist ein rätselhaftes Meisterwerk, ein methodisches Manifest und stellt für Kunsthistoriker und zeitgenössische Künstler ein  faszinierendes Referenzprojekt dar. Unverhoffte Wahlverwandtschaften erschließen einen neuen Wissenstypus, der die Augen für bislang unbemerkte Perspektiven auf die Welt und unsere eigene Anschauung öffnet.

Dorothée Bauerle-Willert, Studium der Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Philosophie in Tübingen und Marburg, lebt in Berlin. Promotion mit einer Dissertation zum Thema „Gespenstergeschichten für ganz Erwachsene. Ein Kommentar zu Aby Warburgs Bilderatlas Mnemosyne“. 1980–83 Wissenschaftliche Assistentin an der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, 1983 Direktorin der Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen, 1983–90 Stellvertretende Direktorin am Ulmer Museum. Von 1990 bis 2007 war sie im Ausland im Kulturaustausch tätig und unterrichtete als Gastprofessorin an Universitäten in Asunción, Montevideo,
Tallinn, Skopje und Belgrad. Lehraufträge an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden, der Universität zu Köln und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Seit 2010 Produktions-Dramaturgin am Vorarlberger Landestheater Bregenz.

Der Vortrag findet in Raum 0420 im Nordbau der Kunsthochschule Kassel statt.

 

 

Kunsthochschule Kassel

Menzelstr. 13–15, 34121 Kassel

Contakt: 0561 8045368

www.kunsthochschulekassel.de

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