Kommentiertes

Vorlesungsverzeichnis

 

 

 

 

 

 

 

Fachgebiet Kunstwissenschaft

Kunsthochschule Kassel

 

 

Sommersemester 2004

 

 

Beginn und Ende der Lehrveranstaltungen:

19. April 2004 bis 23. Juli 2004

 

 

 

 

 


 

 

 

Liebe Studentinnen und Studenten,

 

 

zum neuen Semester möchte ich Ihnen im Namen aller Mitarbeiter und Dozenten der Kunstwissenschaft an der Kunsthochschule alles Gute wünschen. Damit Sie einen guten Start haben, hat auch dieses Semester wieder Frau Koppelmeier dankenswerterweise das kommentierte Vorlesungsverzeichnis zusammengestellt, in dem alle Lehrenden Ihre Veranstaltungen vorstellen. Hinzu kommen Informationen zu Museen und Bibliotheken in und um Kassel, um das unersetzliche Eigenstudium zu befördern. Anregungen zu diesem wie auch zu anderen Fragen können das Gespräch mit den Dozenten und den „älteren Semestern“, aber gerade auch die studentischen Projekte geben, insbesondere die Bestimmungsübungen. Und da Sie am besten Ihre eigenen Bedürfnisse kennen, sind wir wie immer für Hinweise und Kritik dankbar.

Alle an dieser Broschüre Beteiligten des Studienganges Kunstwissenschaften wünschen Ihnen ein erfolgreiches und schönes Sommersemester 2004.

 

PS: Da es nie auszuschließen ist, dass sich noch Änderungen und Ergänzungen gegenüber dem kommentierten Vorlesungsverzeichnis ergeben, ist der wöchentliche Blick auf das Schwarze Brett sehr zu empfehlen.

 

Einführungsveranstaltungen (nicht nur) für Studienanfänger:

Caprice Jakumeit MA

Freitag, 16. April 14h00, SR NoB

Montag, 19. April 11h00, SR NoB

(jeweils im Seminarraum des Nordbaus)

 

 

 

 

 

 

 

 


Prof. Dr. Berthold Hinz
Tel:                             804 - 5327, privat 777683

e-mail:                        bhinz@uni-kassel.de

Sprechstunde:            montags, 10h00 – 11h00, NoB R 172

 

Vorlesung:                 De Gouden Eeuw II. Niederländische Malerei im 17. Jahrhundert

Zeit:                            montags, 14h00 -16h00

Ort:                            Hörsaal, NoB

Beginn:                      26.04.2004

 

 

De Gouden Eeuw (das Goldene Zeitalter) der Niederlande und ihrer Malerei ist das 17. Jahrhundert, in dem die ehemaligen niederländischen Nordprovinzen zum Nationalstaat und zur führenden Handels- und Seemacht im nördlichen Europa aufstiegen. Es entstand eine völlig neue Malerei, nicht mehr an Kirche und Hof, sondern am Markt orientiert: Statt der großen metaphysischen Sujets werden nun die Themen des Alltags bevorzugt; der Blick wird zunehmend mikroskopisch (das Mikroskop wurde damals in Holland erfunden: Leeuwenhoek). Dabei ist weniger das Was als das Wie, also der künstlerische Vortrag „an sich“ entscheidend – eine Priorität, die konstitutiv für die Moderne war.

In Teil I der Vorlesung (WS 2003/04) wurden die einschlägigen Gattungen behandelt (Landschaft, Seestück, Stilleben, Architekturbild, Historie, der Caravaggismus). Teil II konzentriert sich auf das große Feld der Genremalerei (sog. Sittenbild); einige Namen: Die Brüder Hals, Jan Steen, Pieter de Hoch, Jan Vermeer van Delft, Terborch, Metsu, Dou, J. M. Molenaer, Judith Leyster, die Brüder Ostade.

 

Hinweis: Aktuelle Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle: Von Frans Hals bis Jan Steen. Vergnügliches Leben – Verborgene Lust. Holländische Gesellschaftsszenen (bis 16. Mai).

 


Prof. Dr. Berthold Hinz
Tel:                             804 - 5327, privat 777683

e-mail:                        bhinz@uni-kassel.de

Sprechstunde:            montags, 10h00 – 11h00, NoB R 172

 

Seminar:                     Übungen vor Originalen in der Gemäldegalerie Kassel

Zeit:                            dienstags, 15h00 -17h00

Ort:                            SR NoB, sowie vor Ort

Beginn:                      27.04.2004 (die erste Sitzung findet im SR NoB, Menzelstr. 13 statt)

 

 

Das Seminar findet vor Originalen im Museum (dem wichtigsten Arbeitsfeld für Kunstwissenschaftler) statt. Es soll dort eine exemplarische Auswahl aus den Beständen der italienischen, deutschen, niederländischen und flämischen Malerei in Autopsie genommen, diskutiert und bearbeitet werden (Wunschbilder werden nach Möglichkeit berücksichtigt). Das Ziel der „Bearbeitung“ (zugleich Übungsziel) soll ein jeweiliger Katalogtext sein, wie er in guten Bestands- und Ausstellungskatalogen Usus ist. Das beinhaltet die technischen Daten, die Provenienz, die Beschreibung, die Erläuterung, die wissenschaftliche Diskussion und die Literaturangaben: und dieses alles in gebotener Kürze (ca. max. 4 Ms.-Seiten) und angemessener Formulierung. Solche Texte zu produzieren, ist eine kunstwissenschaftliche Standardaufgabe. Ein zweites Ziel ist die Übung im „Führungsdienst“, also des sinnvollen, informativen Sprechens vor Bildern.

 

Die Referate vor Ort sollen 15 min. nicht überschreiten und sich auf das konzentrieren, was man sieht (wie bei einer wissenschaftlichen Führung) und nicht mit seminaristischem Sekundärmaterial (Kopien, Büchern) hantieren. Referat und (schriftlicher) Katalogtext werden kaum identisch sein. Die Teilnehmer können sich für das eine oder andere Ziel entscheiden, wobei die wissenschaftliche Recherche gleichermaßen fällig wird. Sie können auch beide Ziele zugleich ansteuern. Pro Veranstaltung sollen zwei Bilder behandelt werden. Von jedem Teilnehmer wird ein Beitrag erwartet.

 

Grundlage jeder Vorbereitung ist der „Gesamtkatalog Gemäldegalerie Alte Meister Kassel“ (bearb. Von B. Schnackenburg), I/II, Mainz 1996.

 

 

Prof. Dr. Berthold Hinz

Colloquium:                Nach persönlicher Einladung um Terminvereinbarung

 


Prof. Dr. Berthold Hinz / Caprice Jakumeit M.A.

Hauptseminar:           Unter dem Vulkan – Kunst und Geschichte Neapels

                                   (mit Exkursion nach Neapel)

 

Zeit:                            dienstags 11h00 – 13h00

Ort:                            NoB, SR

Beginn:                      27.04.2004

 

Tel:                             804 – 5403

e-mail:                        caprice.jakumeit@uni-kassel.de

Sprechstunde:            nach Vereinbarung (Diathek)

 

 

Die Lehrveranstaltung dient der Vorbereitung einer Exkursion nach Neapel, die ca. 10tägig ab ca. 01. Sept. 2004 stattfinden soll. Ein weiteres Vorbereitungsseminar (zur antiken Kunst in Neapel, Pompeji etc.) bietet Prof. Gercke im Schloß an. Voraussetzung für eine Exkursionsteilnahme ist die Beteiligung an einem dieser Seminare und die Übernahme eines Referates (gegebenenfalls Kurzreferates) und Berichterstattung am Ortstermin.

Neapel (griech: Neapolis = Neustadt), die einzige seit der Antike ununterbrochen bestehende Großstadt Europas, ist die große Unbekannte unter den italienischen Metropolen. Einst als schönste Stadt der Welt („…sehen und sterben“) gefeiert, leidet Neapel seit dem 20. Jahrhundert unter der Unzugänglichkeit der Objekte, der Kriminalität, der zerstörerischen, alles Alte überwuchernden Bautätigkeit. In den letzten Jahren hat sich jedoch vieles zum besseren gewendet, so dass eine Reise wieder lohnt.

Anders als die übrigen für ihre städtische Kultur berühmten Städte Nord- und Mittelitaliens fehlt Neapel eine eigentliche urbane Kultur und der Charakter einer freien Kommune. Stets war die Stadt seit der Eroberung durch die Normannen 1139 auf das engste mit den jeweils herrschenden Familien verbunden, nach den Normannen, den Staufern, den Anjou, den Aragonesen, Habsburgern und schließlich den Bourbonen. Das Wahrzeichen der Stadt, das Castel Nuova am Hafen mit dem Triumphbogen Alfonsos I., die Gräber der Herrscher in den von ihnen gestifteten Kirchen (etwa in S. Lorenzo Magiore, der schönsten gotischen Kirche Neapels), der Dom S. Gennaro (St. Januarius), die fürstlichen Sammlungen von Weltrang, der Capodimonte und das Archäologische Nationalmuseum, sind daher wesentliche Punkte, die in Seminar und Exkursion zu behandeln sind. In der Altstadt, die auf dem Raster der antiken griechischen Stadt entstand, dominieren wiederum nicht die italienüblichen großen Plätze und kommunalen Zentren, sondern die reich ausgestatteten Kirchen des überaus zahlreichen Neapolitaner Klerus; auch hier werden die wichtigsten Beispiele aufgesucht. Ferner wird es Ausflüge in die archäologisch überreiche Umgebung (u.a. Pompeji) geben.

 

Zur Einführung: Christof Thoenes, Neapel und Umgebung (Reclams Kunstführer Italien, Bd. 6), Stuttgart 171 (2. Aufl. 1983).


PD Dr. Thomas Noll

 

Tel:                             804 – 5388 od. 0551/45205

Sprechstunde:            nach Vereinbarung, Raum 169a

Vorlesung:                 Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert

 

Beginn:                      22.04.2004

Zeit:                            donnerstags, 14h15 – 15h45

Ort:                            NoB, Hörsaal

 

 

Die Landschaftsmalerei, die als eigene Gattung im 16. Jahrhundert sich entwickelte und im 17. Jahrhundert mit Künstlern wie Jacob van Ruisdael oder Claude Lorrain einen ersten Höhepunkt erlebte, gewann seit dem späten 18. Jahrhundert in steigendem Maße an Bedeutung. Nicht allein erreichte sie quantitativ einen neuen Stellenwert und erfuhr innerhalb der Gattungshierarchie eine Aufwertung, sondern sie übernahm zudem Funktionen, die zuvor – mit religiösen, mythologischen und geschichtlichen Themen – dem Historienbild vorbehalten waren.

Die Vorlesung möchte, ausgehend von Caspar David Friedrich, zunächst im Rückblick in großen Linien die Entwicklung der Landschaftsmalerei nördlich und südlich der Alpen und der darauf bezogenen Kunsttheorie seit dem frühen 16. Jahrhundert skizzieren, dann eingehender die unmittelbaren Vorläufer bzw. älteren Zeitgenossen von Friedrich im 18. und frühen 19. Jahrhundert vorstellen, um schließlich das Neuartige der Landschaftsauffassung des Romantikers und weitere, alternative Positionen der Landschaftskunst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu erörtern. Besonderes Augenmerk wird auf dem Verständnis und der Bedeutung der Natur liegen, deren Wiedergabe als Spiegelbild der unterschiedlichsten zeitgeschichtlichen Anschauungen dienen konnte und deren vielfältige künstlerische Gestaltung beschrieben werden soll.

 

 

PD Dr. Thomas Noll

 

Seminar:                     Max Beckmann

 

Beginn:                      22.04.2004

Zeit:                            donnerstags, 16h15 – 17h45

Ort:                            NoB, SR

 

Zu den herausragenden Künstlergestalten des 20. Jahrhunderts gehört Max Beckmann (1884 – 1950). Ausgehend von einer im Kreis der Berliner Secession sicht etablierenden expressiv – naturalistischen Tonmalerei (die allerdings Einflüsse von Van Gogh, Cézanne u.a. verarbeitet), gelangte dieser Künstler durch das Erlebnis des Ersten Weltkriegs zu einer neuen, unverwechselbaren Bildsprache, die sich über drei Jahrzehnte hinweg kontinuierlich und konsequent entfaltete. Im Figurenbild, im Porträt, in der Landschaft und im Stilleben, in der Malerei wie in der Graphik fand sie gleichermaßen ihren Ausdruck.

Das Seminar möchte die künstlerische Statur von Max Beckmann im kunstgeschichtlichen Zusammenhang behandeln – wobei auch Beckmanns acht Plastiken miteinzubeziehen sein werden – und die Entwicklung sowohl der Bildform wie der höchst anspruchsvollen Bildinhalte in ihrer wechselseitigen Bedingtheit in den Blick nehmen. Unweigerlich verknüpfen sich damit grundsätzliche methodische Fragen der kunsthistorischen Interpretation, die im Hinblick auf Beckmann exemplarisch diskutiert werden sollen.

 

 

PD Dr. Thomas Noll

 

Tel:                             804 – 5388 od. 0551/45205

Sprechstunde:            nach Vereinbarung, Raum 169a

Seminar:                     Adolph Menzel

 

Beginn:                      27.04.2004

Zeit:                            dienstags, 17h00 – 19h00

Ort:                            NoB, SR

 

 

„Ja, wer ist Menzel? Menzel ist sehr vieles, / Um nicht zu sagen alles: mind’stens ist er / Die ganze Arche Noäh, Tier und Menschen / (..) Er durchstudierte / Die groß’ und kleine Welt; was kreucht und fleucht, / Er gibt es uns im Spiegelbilde wieder.“

 

Solchermaßen rühmt Theodor Fontane in einem Gedicht zu des Künstlers 70. Geburtstag 1885 Adolph Menzel (1815 – 1905). Denkbar vielfältig erscheint  tatsächlich das Werk dieses Malers und Graphikers, das von ambitionierten Historienbildern, namentlich aus dem Leben Friedrichs des Großen, über zeitgeschichtliche politische und gesellschaftliche Themen bis hin zu Landschaften und Interieurs reicht. Wie aber die Historienbilder spannungsvoll zwischen einer traditionellen und unkonventionell – individuellen Auffassung des Themas stehen, so bieten die Landschaften, Stadtansichten, Interieurs und andere Motive im kleinen Bildformat eine Fülle überraschender Aspekte in formaler wie inhaltlicher Hinsicht. Eigentümlich behauptet sich Menzels Kunst zwischen der akademischen und der avantgardistischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Neben peinlich akkurater Genauigkeit in der Schilderung von Schauplätzen und Realien findet sich eine ganz auf Licht und Farbwirkung ausgehende Malerei, die ihren Bildgegenstand fast zu überspielen scheint. In irritierender Weise gebunden und frei zugleich stellt dieses Schaffen sich dar.

 

In dem Seminar soll die staunenswerte Vielfalt von Menzels Werk in seinen geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Zusammenhängen behandelt werden. „Wer ist Menzel? (…) Die Frag’ ist schwer, das ist ein Doktorthema“, immerhin annäherungsweise mag sie eine Antwort finden.

 

(Die Referatsthemen sowie Quellen und einführende Literatur entnehmen Sie bitte dem Informationsbrett gegenüber der Diathek.)


PD Dr. Thomas Noll

 

Tel:                             804 – 5388 od. 0551/45205

Sprechstunde:            nach Vereinbarung, Raum 169a

 

Proseminar:               Einführung in die Beschreibung und Deutung von Werken der bildenden Kunst

 

Beginn:                       27.04.2004 (Vorbesprechung, das Seminar wird als Blockveranstaltung fortgesetzt werden, der Termin hierfür wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.)

Zeit:                            dienstags, 9h00 – 11h00

Ort:                            NoB, SR

 

 

Im Rahmen dieses Proseminars sollen Formen und Möglichkeiten der sprachlichen Erfassung von Kunstwerken – hauptsächlich von Werken der gegenständlichen Malerei, teils auch der Skulptur – als Voraussetzung bzw. Grundlage einer kunsthistorischen Interpretation im gemeinsamen Gespräch erörtert und geübt werden. Eigene Versuche der Teilnehmer werden mit älteren und jüngeren Werkbeschreibungen und – deutungen in der (Forschungs-) Literatur zu vergleichen und jeweils kritisch zu besprechen sein. Dabei soll die Fähigkeit entwickelt werden, die spezifisch künstlerische Eigenart eines Kunstwerks (Stil, Komposition, ikonographischer Stil etc.) zu erfassen und in möglichst adäquater Form zum Ausdruck zu bringen. Die Mitarbeit der Teilnehmer wird wesentlich über den Grad der Annäherung an dieses Ziel entscheiden.

 

Auf Referate soll verzichtet werden; ein Proseminarschein ist durch die Anfertigung einer Hausarbeit zu erwerben.

 

 

Prof. Dr. Peter Gercke

 

Sprechstunde:            nach Vereinbarung (Schloß Wilhelmshöhe)

 

Seminar:                     Neapel und Umgebung - Archäologisch betrachtet

Beginn:                       21.04.2004

Zeit:                            mittwochs, 10h00 – 12h00

Ort:                            Antikensammlung, Schloß Wilhelmshöhe, (Seminarraum)

 


Prof. Dr. Stefan Majetschak

 

Tel.: 804-5328

Fax: 804-5446

e-mail: stefan.majetschak@uni-kassel.de

Sprechstunde: donnerstags 13h00 – 15h00, R 175

 

Proseminar:               Heideggers Texte zur Kunst

 

Zeit:                            freitags, 10h00 – 12h00

Ort:                             SR, NoB

Beginn:                       30.04.2004

 

Im Anschluß an einen kursorischen Überblick über Heideggers Schrift „Der Ursprung des Kunstwerkes“ soll die in den späteren Jahren immer deutlicher werdende Annäherung seiner Kunstphilosophie, die ursprünglich vom Paradigma der Dichtung ausging, an die Bildende Kunst am Beispiel ausgewählter Texte verfolgt werden. Dabei wird u.a. der Frage nachgegangen werden, welche Relevanz philosophische Annäherungen an die Bildende Kunst für das interpretatorische „Alltagsgeschäft“ des Kunstwissenschaftlers haben können.

Scheinerwerb: Hausarbeit

Text: Martin Heidegger, „Der Ursprung des Kunstwerkes“, Stuttgart 1960, ist als Reclam-Heft erhältlich. Weitere Texte („Die Herkunft der Kunst und die Bestimmung des Denkens“, „Die Kunst und der Raum“ sowie nachgelassene Notizen Heideggers) werden rechtzeitig vor Semesterbeginn in der Bibliothek der Kunsthochschule Kassel als Kopiervorlage ausliegen.

 

 

Prof. Dr. Stefan Majetschak

 

Seminar:                     Funktionen des Bildes in der Wissenschaft. Texte aus der Wissenschaftsphilosophie (gemeinsam mit PD Dr. Dr. Kristian Köchy)

 

Zeit:                            donnerstags, 10h00 – 12h00

Ort:                            Nora Platiel Str. 1, R. 1306

Beginn:                       29.04.2004

 

Derzeit ist in den Reihen der Wissenschaftsphilosophie und der Wissenschaftsgeschichte ein grundlegender Wandel des Aufmerksamkeitsbereichs feststellbar. Konzentrierte man sich bisher – auch in Anlehnung an klassische Vorbilder – auf die Sphäre der Theorie und untersuchte beispielsweise in einer sich als Forschungslogik verstehenden Wissenschaftstheorie ausschließlich wissenschaftliche Begriffe, Aussagen und Theorien, so erweitert sich heute der methodologische Horizont drastisch. Im Anschluss an eine umfängliche Strömung der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, die unter den Stichworten „social studies of science“, "science in context“, „new experimentalism“ oder „practical reasoning“ vor allem auf die (gesellschaftlichen) Handlungsfelder und Praxen der Wissenschaften blickte, ist in den letzten Jahren eine zunehmende Orientierung auf Modelle, Darstellungsformen und Bilder feststellbar.

Nahezu zeitgleich ist auch in den Kultur- und Humanwissenschaften ein vergleichbarer „iconic turn“ zu konstatieren, der eine Vielzahl bildtheoretischer Publikationen nach sich zog. Gleichwohl ist es bislang noch kaum gelungen, eine allgemeine Bildtheorie zu entwerfen, die einen transdisziplinären Rahmen für die gegenwärtigen natur- und kultur-wissenschaftlichen Bemühungen um Bilder abgeben könnte. Die Veranstaltung will deshalb den Funktionen und Leistungen des Bildes in beiden Bereichen nachgehen. Eine Sammlung von Texten wird zu Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt.

Zur ersten Information können dienen:

P. Geimer (Hg.), Ordnungen der Sichtbarkeit, Frankfurt a.M. 2002

C.A. Jones, P. Galison (Eds.), Picturing Science. Producing Art, New York, London 1998

M. Kemp, Bilderwissen. Die Anschaulichkeit naturwissenschaftlicher Phänomene, Köln 2003

 

 

Prof. Dr. Stefan Majetschak

 

Tel.: 804-5328

Fax: 804-5446

e-mail: stefan.majetschak@uni-kassel.de

Sprechstunde: donnerstags, 13h00 – 15h00, R 175

 

Hauptseminar:           Sprachanalytische Ästhetik bei Ludwig Wittgenstein

 

Zeit:                            donnerstags, 14h00 – 16h00

Ort:                             SR, NoB

Beginn:                       29.04.2004

 

Obgleich Wittgenstein betonte, dass ihn – neben begrifflichen Problemen – „nur…ästhetische Fragen“ „wirklich fesseln“ könnten, hat er solche Fragen weder jemals systematisch noch sonderlich intensiv ausgearbeitet. Die vereinzelten Überlegungen zu ihnen, die sich in seinem Werk in allen Phasen gleichwohl finden, sind seit den dreißiger Jahren von einem kulturpessimistischen Duktus geprägt, der die eigene Epoche charakterisiert sieht durch „das Verschwinden der Künste“ und die Unfähigkeit der Menschen zu begreifen, dass die Künste „sie etwas zu lehren haben“.

Die Veranstaltung setzt sich zum Ziel, die Vorlesungen über Ästhetik, die er im Jahre 1938 gehalten hat, vor dem Hintergrund seines damaligen Philosophiebegriffs zu interpretieren.

Scheinerwerb: Hausarbeit

Text: Philosophie, in: Ludwig Wittgenstein, The Big Typescript, Wien 2000, S. 273 -292 (Eine Kopiervorlage dieses Textes wird rechtzeitig vor Semesterbeginn in der Bibliothek der Kunsthochschule Kassel ausliegen.)

Ludwig Wittgenstein, „Vorlesungen und Gespräche über Ästhetik, Psychoanalyse und religiösen Glauben“, Frankfurt/Main 2000 (Fischer-Taschenbuch)

 

 

Kolloquium für Examenskandidaten, Do. 16h00 – 19h00, R. 175, NoB, ab 29.04.2004

 

Das Kolloquium widmet sich der Besprechung aktueller philosophischer und künstlerischer Abschlussprojekte. Es soll ein Forum bieten, in dem die Teilnehmer entweder ihre eigenen Arbeiten oder aber diskussionsbedürftige Texte oder Positionen aus ihren Arbeitsfeldern zur kritischen Diskussion stellen können.


Gerald Geilert

 

Tel:                 Mobil: 0179 7955278

e-mail:            geilart@web.de

 

Proseminar:               Der modernisierte Blick: Bilder im Zeitalter von Film und Fernsehen

 

Zeit:                            montags, 16.00 – 18.00 h

Ort:                            SR, NoB

Beginn:                      26.04.2004

Sprechstunde:            mittwochs, 11h00 – 12h00, R 67b

 

 

Film und Fernsehen sind heute wichtige Medien der gesellschaftlichen Kommunikation. Der Gebrauch des Fernsehens und das Sehen von Filmen scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein. Gerade deswegen besteht über die Notwendigkeit der Film- und Fernsehanalyse kaum noch eine Kontroverse. Projektionen und Videoclips sind zusätzlich zu einem integralen Bestandteil der Kunstwelt geworden und Kunstausstellungen wie „Moving Pictures“ thematisieren die Genese dieser neuen, visuellen Medien innerhalb des Kunstbetriebs. Film und Fernsehen sollen im Kontext mit vielfältigen, künstlerischen Ausdrucksweisen situiert werden, um Momente ihrer Spezifik herauszustellen. Zu besprechen ist hier nicht nur die Camera obscura als technischer Vorläufer einer Filmkamera, sondern mannigfaltige Gerätschaften, die erstaunliche, faszinierende, bewegte Bilder produzieren können. Stereoskope, Mikroskope, Projektionen oder multimediale Interfaces erfordern immer neue Wahrnehmungsstrategien, sodass einige Wissenschaftler von einer „Modernisierung des Blicks“ bzw. einer fortwährenden Neuorganisierung der visuellen Wahrnehmung ausgehen. Texte von prominenten Wissenschaftlern wie beispielsweise Rudolf Arnheim, Jonathan Crary, Umberto Eco, Siegfried Kracauer und Paul Virilio werden den Ausgangspunkt für eine Diskussion dieser Thematik bieten.

Weiterhin können in dieser Veranstaltung die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens erlernt werden.

 

Literaturtipp:

Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse. 2. Aufl. Stuttgart, J.B.Metzler, 1996

 


Prof. Dr. Ursula Panhans-Bühler

 

Tel.: 804-5326

Fax: 804-5445

e-mail: return3d@web.de

Sprechstunde: nach Vereinbarung (siehe Aushang an der Tür, R. 169, NoB)

 

Vorlesung:                 Biennale die Venezia 2003

 

Zeit:                            donnerstags, 17h15 – 19h00

Ort:                             Hörsaal, NoB

Beginn:                       22.04.2004

 

 

Die letzte Biennale di Venezia stand unter dem ambivalenten Motto „The dictatorship of the viewer“. Nach den beiden Biennalen, die Harald Szeemann kuratiert hatte und die mit vielen großen Namen und einigen Rückblicken auf KünstlerInnen der legendären Gegenwartsszene aufwarteten, ließ Francesco Bonami einerseits ein ganzes Bündel von Kuratoren, darunter auch renommierte Künstler, zum Zug kommen, streute aber auch andererseits das Feld gegenwärtiger Kunstproduktion auf eine Weise, die vielen Kritikern  als strukturlos erschien. Im Hinblick auf ‚globale’ künstlerische Aktivitäten war die Biennale zugleich sehr viel internationaler als die letzte documenta. Die Vorlesung wird versuchen, einiges von dem herauszuarbeiten, was gezeigt hat, dass die letzte Biennale es durchaus verstanden hat, Künstler zeigen zu lassen, was ihnen derzeit an aktuellen Problemen unter den Nägeln brennt. Unter diesem Blickwinkel werden auch Materialien aus der Ausstellung „In den Schluchten des Balkan“ miteinbezogen, zumal René Block noch einige Fortsetzungen in petto hat. Mit gesampelten Video Materialien wird es möglich sein, auch StudentInnen, die keine Gelegenheit hatten, die Biennale zu sehen – für „In den Schluchten des Balkan“ gilt dies wohl eher nicht – einen Eindruck zu vermitteln.

 

 

Prof. Dr. Ursula Panhans-Bühler

 

Seminar:                     Mona Hatoum

 

Zeit:                            dienstags,17h15 – 19h00

Ort:                             Hörsaal, NoB

Beginn:                       27.04.2004

 

Während des Sommersemesters gibt es in der Hamburger Kunsthalle eine Ausstellung von Mona Hatoum. Die zweite Station ist die Bundeskunsthalle Bonn. Dies ist die erste umfassende Ausstellung des Werks der Künstlerin überhaupt, sieht man von der ebenfalls recht umfangreichen Ausstellung in Salamanca vor zwei Jahren einmal ab. Den meisten StudentInnen dürfte Mona Hatoum von der letzten documenta her mit zwei Werken vertraut sein. Wohl selten hat ein/e Künstler/in unserer westlichen Welt einen so ungetrübten Spiegel vorgehalten, in dem sich der westliche Transzendentalismus fängt mit seiner Strategie, das Fleisch vom theoretischen Knochen zu schaben. Das Seminar wird mit einer Reihe von Referaten versuchen, die spezifische Andersheit der Kunst von Mona Hatoum im Vergleich mit anderen Künstlern/Innen herauszuarbeiten. – Zwei Exkursionen werden die Gelegenheit geben, der Verfälschung durch fotografische Reproduktionen auszuweichen.

 

 

Prof. Dr. Ursula Panhans-Bühler

 

Colloquium für Magistranden und Doktoranden

 

Zeit:                            donnerstags, 11h15 – 13h00

Ort:                             Hörsaal, NoB

Beginn:                       22.04.2004

 

Magistranden und Doktoranden stellen ihre Arbeitsprojekte vor. Das Seminar findet in diesem Semester wöchentlich statt. StudentInnen, die noch nicht so weit sind, Können gerne am Colloquium teilnehmen.

 

 

Exkursionen (bitte Anschläge am schwarzen Brett vor Raum 169 beachten)

 

1.      Sa., 02. Mai – Mi. 05. Mai: nach Hamburg, Ausstellung Mona Hatoum. Am Di. 04. Mai, 17h00 -19h00 wird Mona Hatoum in der Hamburger Kunsthalle zu einem Künstlergespräch anwesend sein. Christoph Heinrich, Kurator der Galerie der Gegenwart, hat sich außerdem bereit erklärt, eine Ausstellungsdiskussion mit StudentInnen zu machen. – Geplant ist außerdem ein Besuch der Sammlungen Harald Falckenbergs in Harburg, wo zur Zeit eine große Retrospektive von Hanne Darboven gezeigt wird, im Kontext assoziiert sind Werke der Sammlungen in den Lagerräumen. – Teilnehmerzahl: 16 StudentInnen.

2.      Pfingstwochenende, 28. – 31. Mai: nach München. Mein neuer wisssenschaftlicher Mitarbeiter, Sören Grammel, zur Zeit noch Kurator am Münchner Kunstverein, wird Einblick in die kuratorische Arbeit und in sein aktuelles Ausstellungskonzept geben. Außerdem können die Münchner Sammlungen alt und neu besichtigt werden. - Teilnehmerbeschränkung: 15 StudentInnen. Sören Grammel hat sich bereit erklärt, für einige private Unterkünfte zu sorgen.

3.      02. – 04. Juli: Exkursion nach Bonn – 2. Station Ausstellung Mona Hatoum – und Köln, Museen und Ausstellungen, Aachen, Kunstverein. Volker Adolphs, Kurator der Hatoum – Ausstellung in Bonn, wird seine Präsentation mit StudentInnen diskutieren. Im Kunstverein Aachen wird uns Dana Meyer die Arbeit des Vereins erläutern. - Teilnehmerzahl: 16 StudentInnen

 

Bitte Aushänge am Informationsbrett gegenüber vom Eingang der Diathek beachten.

Fahrt: Mit Hessen, Niedersachsen etc. Ticket. Übernachtungen in Jugendherbergen, soweit keine Privatübernachtungsmöglichkeiten vorhanden.

Vorbesprechung für alle Exkursionen: Di., 20. April 17h15, Hörsaal, NoB


Sören Grammel

 

Tel.: 0179/6854696

Fax: 804-5445

Sprechstunde: nach Vereinbarung

 

Seminar:                     Kuratorisches Handeln (I)

 

Zeit:                            dienstags, 15h00 – 17h00

Ort:                             Hörsaal, NoB

Beginn:                       08. Juni 2004

 

 

Was ist Kuratieren? Wer kuratiert? Welche Möglichkeiten kennzeichnen die Auseinandersetzung mit dem Medium Ausstellung? Was bedeutet der Ausstellungskontext für zeitgenössische Kunstproduktion?

Das Seminar beinhaltet eine 4–tägige Exkursion (1 Tag Anreise, 2 Tage Programm, 1 Tag Abreise) nach München vom 28. Mai – 31. Mai 2004. Ausstellungsbesuche und Gespräche mit AusstellungsmacherInnen stehen auf dem Plan.

Der wöchentliche Seminarbetrieb beginnt am Dienstag, den 08. Juni 2004, nach der Exkursion. Sören Grammel ist Kurator am Kunstverein München.

 

 

Tina Strippel M.A.

 

Tel.: (0561) 8905632

Fax: 804-5445

e-Mail:  tina-strippel@gmx.de

Sprechstunde: nach Vereinbarung

 

Proseminar:               Partizipation und Interaktion

                                    Formen der Publikumsbeteiligung in der modernen Kunst

 

Zeit:                            montags, 14h00 – 16h00

Ort:                             SR, NoB

Beginn:                       26.04.2004

 

Während die erste Art der Publikumsbeteiligug an der modernen Kunst Aktionen heftigsten Widerstands waren – Manets Frühstück im Grünen wurde bespuckt – wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit großem didaktischem Aufwand versucht, das Publikum für moderne und Gegenwartskunst zu öffnen (Bazon Brocks Besucherschule auf der documenta 5, 1972). Gleichzeitig haben Künstler realisiert, dass das reine Angebot nicht ausreicht, haben strukturell und medial auf die Situation reagiert und formen ihre Werke so, dass das Publikum auf neue Weise beteiligt wird.

Das Seminar beschäftigt sich mit Formen der Partizipation und Interaktion und der Art und Weise, wie diese dem Publikum vermittelt werden. Es richtet sich vor allem an Studienanfänger und bietet eine Einführung in den wissenschaftlichen Umgang mit moderner und zeitgenössischer Kunst, zur Belebung der Diskussion sind jedoch auch Studierende höheren Semesters willkommen.

 


Mao Baoquan

 

Tel.: 804 – 5326

Fax: 804 – 5445

Sprechstunde: nach Vereinbarung,

 

Proseminar:   Der chinesische Chan Buddhismus und seine Beziehungen zur chinesischen Kalligraphie und Zeichenkunst

                        (Für alle Interessierte)

Zeit:                mittwochs, 18h00 – 20h00

Ort:                 NoB, SR

Beginn:           28.04.2004

 

 

Europäer denken meist bei Buddhismus an den japanischen Zen Buddhismus und an eine Haltung, die mit einer inneren Versenkung einhergeht. Der chinesische Chan Buddhismus ist auch eine humoristische Bewältigung von sozialen Konflikten, seien es welche im Alltag oder aber mit der politischen Macht. Der Humor ist seit langem eine chinesische Kunst des Lebens gewesen. In diese Materie wird das Seminar versuchen einzuführen.

 

 

Studentisches Projekt

Bestimmungsübungen

 

 

Zeit:                montags 10.00 h – 12.00 h

Ort:                 NoB SR

Beginn:           26.04.04

 

Dieses studentische Projekt richtet sich vor allem an Studienanfänger und Studierende, die im Hinblick auf eine Prüfung ihr kunstgeschichtliches Gedächtnis etwas aufpolieren wollen.

So soll anhand zahlreicher Bildbeispiele aus allen künstlerischen Gattungen die Beschreibung und zeitliche Einordnung von Kunstobjekten geübt werden. Der Vermittlung eines kunstwissenschaftlichen Grundwortschatzes sowie der Entwicklung eines individuellen „Bildergedächtnisses“ kommt hierbei eine besondere Rolle zu.

Dieses Projekt ist nicht als eine Überblicksvorlesung zu verstehen. Vielmehr kann sich die volle Wirkung nur entfalten, wenn jeder der Teilnehmenden sich aktiv an der Gestaltung beteiligt.

Pamela Levertz (Fon 4006664)

Christina Mordhorst (Fon 7395618)

Nicole Seifert (Fon 7397817)

 


Fabian Fröhlich

 

Tel.:                (0561) 76690378

e-mail:            f.froehlich@museum-kassel.de

 

 

Seminar:                     „The Victorians“ – Britische Malerei 1837 - 1901

 

Zeit:                            mittwochs, 16h00 – 18h00

Ort:                            SR, NoB

Beginn:                      28.04.2004

Sprechstunde:            nach Vereinbarung

 

 

Viktorianische Malerei war lange Zeit ein ungeliebtes Kind der Kunstgeschichtsschreibung. Mit dem Tod William Turners im Jahr 1851, so die im 20. Jahrhundert vorherrschende Meinung, sei die britische Kunst in der Bedeutungslosigkeit versunken und habe selbst in ihren besten Momenten nur zweitklassige Imitationen der französischen Avantgarde hervorgebracht. Erst in den 1970er Jahren vollzog sich eine Neubewertung – ausgehend von der Kunst der Präraffaeliten, deren revolutionärer und zugleich sentimental – nostalgischer Gestus sowohl Kunsthistoriker als auch das breite Publikum erneut zu faszinieren begann.

Statt der Künstler des 19. Jahrhunderts hinsichtlich ihrer Rolle als Vorboten der französisch geprägten Moderne zu bewerten, kann man sie auch aus ihrer Zeit heraus verstehen, eingebettet in ihren historischen und kulturellen Kontext. Und sieht man die Entwicklung hin zur Abstraktion, wie sie in Turners Spätwerk bereits vorgezeichnet scheint, nicht als den Königsweg einer kunstgeschichtlichen Evolution, so erscheint die viktorianische Kunst in ihren interessantesten Ausformungen nicht als Rückschritt, sondern vielmehr in einer Linie mit dem Symbolismus der Jahrhundertwende und verschiedenen Strömungen der figurativen Malerei des 20. Jahrhunderts.

Das Seminar soll einen Überblick über die Malerei der viktorianischen Epoche geben, wobei der Schwerpunkt auf die „High“ und „Late Victorians“ gelegt werden soll, weniger auf Künstler die im ersten Jahrzehnt der Regierungszeit von Königin Victoria tätig waren und mehr mit der englischen Romantik assoziiert werden. Zur Malerei können andere Gattungen hinzutreten, wenn sich direkte Berührungspunkte ergeben, etwa im Fall des Bildhauers Alfred Gilbert oder des Zeichners Aubrey Beardsley, der paradigmatisch für die englische „decadence“ der 1890er Jahre steht. Weitere Vorschläge sind willkommen.


Einführende Literatur:

 

Viktorianische Malerei. Von Turner bis Whistler. München 1993.

The Cambridge Guide to the Arts in Britain. Hrsg. von Boris Ford. Cambridge u.a. 1989-90.

-         Bd. 6: Romantics to Victorians.

-         Bd. 7: The Later Victorian Age.

Vincent, Adrian: A Companion to Victorian and Edwardian Artists. Newton Abbot 1991.

Bergmann, Eckart: Die Präraffaeliten. München 1980.

 

Themenvorschläge für Referate:

Franz Xaver Winterhalter und die königliche Familie

Edwin Landseer

William Holman Hunt

John Everett Millais

Dante Gabriel Rossetti

Edward Burne – Jones

William Morris

William Powell Frith und die viktorianische Genremalerei

Ford Madox Brown

George Frederic Watts

Frederic Leighton

Lawrence Alma – Tadema

Noel Paton, Richard Dadd und Shakespeares Sommernachtstraum

James Abbott McNeill Whistler

James Tissot

Tendenzen in der Landschaftsmalerei

Der viktorianische Akt

Hubert von Herkomer, Luke Fildes und sozialer Realismus in der Malerei

Walter Sickert und der New English Art Club

Aubrey Beardsley

Alfred Gilbert und die New Sculpture

John Singer Sargent


Dr. Friedhelm Scharf

 

Tel.:                (0561) 3165530 od. 7874098

e-mail:            f.scharf@documentaarchiv.de

 

Seminar:                     Vom Bauhaus zur Idee der visuellen Kommunikation: Streifzüge durch die Geschichte moderner Gestaltung

                                    (Basisklasse Visuelle Kommunikation/Kunstwissenschaft)

Zeit:                            montags, 18h30 – 20h00

Ort:                            Hörsaal, NoB

Beginn:                      26.04.2004

 

 

Die Aufgaben der visuellen Kommunikation erscheinen zu wichtig, als dass Grafiker, Designer, Fotografen sie allein den Konzernen überlassen dürften. Diese Forderung von dem namhaften Gestalter Otl Aicher gilt gleichermaßen dem Dilemma der heutigen visuellen Überflutung als auch zweifelhaften Modeerscheinungen auf dem Gebiet der angewandten Künste. Mithin sollte die Sprache der Bilder und Zeichen einer verantwortungsbewussten Kommunikationskultur entsprechen. Aktuell geblieben sind damit auch Gedanken von Walter Gropius. Das Seminar unternimmt mit diesen Ausgangsüberlegungen Streifzüge durch die Geschichte moderner Gestaltung: vom Bauhaus bis zu gegenwärtigen Phänomenen angewandter Kunst. Doch sind – wie zu thematisieren sein wird – heute noch die Grenzen zur so genannten „autonomen Kunst“ fließend. Über die rein kunsthistorische Seminararbeit hinaus ist vorgesehen, kleinere Exkursionen durchzuführen, wie nach Dessau bzw. Weimar (Bauhausmuseum) oder nach Frankenberg (Fabrikation der Gebrüder Thonet). Begleitet wird das Seminar außerdem von Dokumentarfilmen (z.B. zu Walter Gropius oder Mies van der Rohe) sowie etwa durch eine Stadtbegehung, bei der unsere alltägliche Wahrnehmung von kommerziellen Bildwelten besprochen wird.

 

Themenliste:

  1. Mit Prof. Dr. Ursula Panhans-Bühler Einführung in das Seminar
  2. Schrift und Bild – Typografie und zeitgenössische Kunst: Holzer, Bonck
  3. Dokumentarische und inszenierte Fotografie: Modotti, August Sander, Alan Sekula, Man Ray, Jeff Wall
  4. Gegenwart und Geschichte des Werbeplakats: von Toulouse Lautrec bis Charles Wilp bzw. Oliviero Toscani
  5. Stadtbegehung im Zentrum von Kassel: Werbung und Logos
  6. Politische Plakate – Wahlplakate und Kritik: John Hartfield, Staeck
  7. Möbeldesign, Messe- und Ausstellungsarchitektur: Arnold Bode, Staege (evtl. mit Originalen und Mappenbesichtigung im documenta Archiv)
  8. Möbeldesign: Exkursion nach Frankenberg Gebrüder Thonet – Fabrikation
  9. Grundlagen des modernen Designs im ausgehenden 19. Jahrhundert: Kunstgewerbebewegung, Jugendstil – Henry van de Velde
  10. Überblick über die Geschichte des Bauhaus’
  11. Architektur- und Produktgestaltung: Walter Gropius, Mies van der Rohe
  12. Haptik und Optik: Laszlo Moholy Nagy
  13. Form- und Farbenlehre: Kandinsky, Paul Klee
  14. Exkursion mit dem Wochenendticket nach Weimar
  15. Ulmer Hochschule für Gestaltung: Max Bill und Otl Aicher

Universitätsbibliothek Kassel - Kunsthochschulbibliothek

 

Führungen und Schulungsangebot SS 2004

 

·        Einführung in die Benutzung der Kunsthochschulbibliothek

Rundgang durch die Bereichsbibliothek. Erster Einblick in die Benutzung der Bereichsbibliothek. Alle wesentlichen Informationen zur Ausleihe, Informationen zum Bestand und zur Aufstellungssystematik. Kurzeinführung in die Bestandskataloge.

 

Zielgruppe:       (Neue) Nutzerinnen und Nutzer, die keine oder nur wenige Kenntnisse über die Benutzung der Bereichsbibliothek haben.

Dauer:              ca. 1 Stunde

Termine:           am 28.04. 2004, um 11h00, sowie am 06.05.2004, um 10h00

Treffpunkt:       Ausleihbereich der Kunsthochschulbibliothek, Menzelstr. 13

 

·        Einführung in die Nutzung der Online-Kataloge (OPAC und Hebis-Retro)

Inhalte der Bestandskataloge, Recherchemöglichkeiten, Tipps und Tricks zur formalen und sachlichen Suche, Trefferanzeige, Ausdrucken und Abspeichern, Vormerken sowie Verlängern ausgeliehener Bücher. Mit Übungen.

 

Zielgruppe:       (Neue) Nutzerinnen und Nutzer, die noch keine oder wenig Erfahrung mit den Online-Katalogen OPAC und Hebis-Retro haben.

Dauer:              ca. 1,5 Stunden

Termin:            19.05.2004, um 14h15

Treffpunkt:       Kunsthochschule, Atrium, Raum 65A

 

Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, so melden Sie sich bitte bis 3 Tage vor dem Termin persönlich oder telefonisch (0561/804 -5335) in der Kunsthochschulbibliothek an.

 

  • Einführung in die Nutzung der „Bibliography of the history of art“ (BHA)

Die fachbibliographische Datenbank BHA wertet mehr als 3000 Zeitschriften aus und verzeichnet auch monographische Literatur zur Europäischen Kunst von der Spätantike bis zur Gegenwart und amerikanische Kunst von den europäischen Entdeckungen bis zur Gegenwart.

Vermittelt werden grundlegende Recherchetechniken und Suchstrategien, Anzeige- und Ausgabemöglichkeiten. Mit Übungen.

 

Zielgruppe:       Studierende, die insbesondere Aufsätze zu kunstwiss. Themen suchen wollen.

Dauer:              ca. 1,5 Stunden

Termine:           19.05.2004, um 16h00, sowie 17.06.2004, um 11h00

Ort:                  Kunsthochschule, Atrium, am 19.05.04, Raum 65A, am 17.06.04, Raum 64

 

Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, so melden Sie sich bitte bis 3 Tage vor dem Termin persönlich oder telefonisch (0561/804-5335) in der Kunsthochschulbibliothek an.


Wichtige Adressen:

1.         Museen (Auswahl)

 

Museum für Astronomie und Technikgeschichte mit Planetarium

Orangerie

Karlsaue 20c

34117 Kassel

Tel. 0561/715435

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 17 h

 

Naturkundemuseum im Ottoneum

Steinweg 2

34117 Kassel

Tel. 0561/787-4014

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 17 h

 

Brüder Grimm Museum

Palais Bellevue

Schöne Aussicht 2

34117 Kassel

Tel. 0561/787-2033 und 787-2032

Öffnungszeiten: täglich von 10 – 17 h, an Feiertagen Sonderregelungen

 

Museum Fridericianum

Friedrichsplatz 18

34117 Kassel

Tel. 0561/70727-20

Email: info@documenta.de

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 11 – 18 h, (zum Ausstellungsende bis 23h00)

 

Neue Galerie, Staatliche und Städtische Kunstsammlungen

Schöne Aussicht 1

34117 Kassel

Tel. 0561/709630

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 17 h

 

Museum für Sepulkralkultur

Weinbergstr. 25-27

34117 Kassel

Tel. 0561/91893-0

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 17 h, Mittwoch 10 – 20 h

 


 

Hessisches Landesmuseum und Deutsches Tapetenmuseum und Torwache am Hessischen Landesmuseum

Brüder-Grimm-Platz 5 und 6

34117 Kassel

Tel. 0561/7846-0

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 17 h

(Torwache: Di – So 10-12 und 14-17 h)

 

Stadtmuseum Kassel

Ständeplatz 16

34117 Kassel

Tel. 0561/787-1400/4105

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 – 17 h, Sonntag 10 – 17 h

 

Kulturbahnhof     Caricatura – Galerie für Komische Kunst

Bahnhofsplatz 1

34117 Kassel

Tel. 0561/776499

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 – 20 h, Samstag – Sonntag 12 – 20 h

 

Schloß Wilhelmshöhe: Antikensammlung, Galerie Alte Meister, Graphische Sammlung, Ball­haus, Löwenburg, Weissensteinflügel

Schlosspark 3

34131 Kassel

Tel. 0561/9377-7 (Weissensteinflügel: 9357100 – Löwenburg: 9357200)

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 17 h

 

2.         Bibliotheken und Diathek (Auswahl)

 

Diathek Fachgebiet Kunstwissenschaften

Menzelstr. 13

34127 Kassel

Tel. 0561/804-5403

Öffnungszeiten: Mo – Fr 9.00 – 12.00 h

 

BB 8, Kunsthochschulbibliothek

Menzelstr. 13

34127 Kassel

Tel. 0561/804-5335

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9-18 h (im Semester), Mo. u Di. 9-18 h, Mi. u. Do. 9-16 h, Fr. 9-14h30 (in den Semesterferien)

 

Documenta-Archiv für Kunst des 20. Jahrhunderts

Präsenzbibliothek

Untere Karlsstr. 4

34117 Kassel

Tel. 0561/7874022

Öffnungszeiten: Di., Mi., Fr. 10 – 14 h, Do. 10 – 17 h

 

GhK Bibliothek und Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (Brüder-Grimm-Platz 4)

Diagonale 10

34127 Kassel

Tel. 0561/804-2166

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 10 - 18 h, Sa 10 – 13 h

(Die genauen Öffnungszeiten der GhK-Bereichsbibliotheken können Sie aus dem Vorlesungverzeichnis ersehen.)

 

Staatliche Museen Kassel, Museumsbibliothek

Präsenzbibliothek

Schloß Wilhelmshöhe

34131 Kassel

Tel. 0561/9377628

Öffnungszeiten: Mo. – Do. 9 – 13 h und Fr. 8 – 12. h

 

Stadtbibliothek Kassel

Rathaus

34112 Kassel

Tel. 0561/787-4013

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 11 – 18 h, Mi. 11 – 13 h

 

Bibliothek des Zentralinstituts und Museum für Sepulkralkultur

Weinbergstr. 25-27

34117 Kassel

Tel. 0561/9189321

Öffnungszeiten: Mo. – Do. 10 – 15 h, Fr. 10 – 13 h

 

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

Platz der Göttinger Sieben 1

37070 Göttingen

Tel. 0551/395231

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9 – 22 h, Ausleihe: 9.30 – 16 h,

Sa 10 – 17 h, Ausleihe 11 – 12.30 h

 

Kunstgeschichtliches Seminar der Georg-August-Universität

Im selben Gebäude: Klassische Archäologie sowie Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte

Nikolausberger Weg 15 (neben der UB)

37070 Göttingen

Tel. 0551/395092 bzw. 395433

Öffnungszeiten im Semester: Mo - Fr 9 – 18 h, in den Semesterferien: Mo - Fr 10 - 17 h