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Tomorrow´s Photographers Today: Frederick Vidal im Musée de l´Élysée
16.06.2010
 
Über 700 Bewerbungen aus rund 120 Kunsthochschulen und Akademien aus aller Welt erreichten die Kuratoren des Musée de l´Élysée für ihre Ausstellung „reGeneration: Tomorrow´s Photographers Today“. Frederick Vidal, ehemals Meisterschüler von Professor Bernhard Prinz an der Kunsthochschule Kassel, überzeugte das Kuratorenteam mit seinen Arbeiten und zählt zu den innovativen Nachwuchshoffnungen der Fotografie, die in Lausanne ausstellen werden.
 
Die Ausstellung liefert eine Bestandsaufnahme der zeitgenössischen Fotografie und zeigt aufstrebende junge Fotografen. Weniger von Interesse ist dabei eine Beschränkung auf bestimmte Methoden oder Ansätze, vielmehr soll durchaus das breite Spektrum der Gegenwart gezeigt werden: Ob künstlerischer oder dokumentarischer Ansatz, ob streng konzeptionelles oder spontanes Fotografieren: Das Musée de l´Élysée möchte mit seiner Ausstellung „reGeneration: Tomorrow´s Photographers Today“ ausloten, wie sich die neue Generation mit dem Medium auseinandersetzt.

Zur Arbeit von Frederick Vidal:

"'Wann und wo immer auf der Erde oder im Universum eine Struktur geschaffen wird, geschieht dies nach dem Entropiegesetz auf Kosten einer größeren Unordnung in der jeweiligen Umgebung.' Jeremy Rifkin, Entropie. Ein neues Weltbild, 1982

Mein Interesse gilt den Oberflächen, den Strukturen und Texturen, die sich - materiell oder optisch, als Produkt zersetzender oder neue Ordnungen begründender Prozesse - an den Rändern urbaner Realität ansammeln. Ich suche Orte auf und widme mich Objektgruppen oder einzelnen Gegenständen, die als Schattenfiguren des zivilisatorischen Fortschritts eine herausragende, eine ausgezeichnete Beziehung zum Menschen unterhalten würden - wenn ihre Ausblendung, ihr Ausschluß aus den fundamentalen Prozessabläufen unseres Alltags nicht so umfassend gelingen würde.

Mülldeponien, Kläranlagen, Tierverwertungsanlagen - mein Blick darauf versucht, diese gedanklichen Zusammenhänge gegenwärtig zu halten, ohne im Geringsten vom Dinglichen, ohne vom Dokumentarischen abzurücken. Aufsichten und Ausschnitte grenzen die Oberflächen ab und katalogisieren sie: In einem Zwischenraum von analytischer Photographie und poetischem Experiment ist dabei eine Freiheit zu gewinnen, die der Freiheit der Malerei ähnelt; mit der so erreichten Konzentration auf formale Qualitäten arbeite ich Felder von Assoziationen auf, die ihre Fragestellungen an Landschaftsaufnahmen oder an mikroskopischen Querschnitten und ihren kunsttheoretischen und erkenntnishaften Rezeptionsbedingungen knüpfen. Das dokumentarische Bild verleugnet, so hoffe ich, in seinem Endstadium die ihm innewohnende Rätselhaftigkeit und den Schwindel seiner optischen Fallen nicht. Mitunter löst sich darin das Motivische gänzlich analog zur photographierten Materie auf - an den freigesetzten bildnerischen Strukturen sind neue Gedanken, neue Alliterationen chemischer und sozialer Transformationsprozesse, Strukturanalogien von noch unbekannter, unbenannter Wertigkeit zu gewinnen."
Frederick Vidal, Kassel 2009


Ausstellungsort:

Musée de l'Élysée
18, avenue de l'Élysée
1014 Lausanne - Switzerland
Tel. ++41 21 316 99 11
Fax ++41 21 316 99 12
Mail info[at]elysee.ch
Website: http://www.elysee.ch/

Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, den 18. Juni 2010 um 20 Uhr in Lausanne statt. Die Ausstellung ist vom 19. Juni bis 26. September geöffnet. Zudem wird die Ausstellung in Kapstadt, Mailand und New York gastieren.

Zum Museum Musée de l'Élysée:
Das Musée de l'Élysée, gelegen in einem Herrenhaus am Genfersee, verfügt über eine Sammlung von rund 100 000 Fotografien – speziell von Schweizer Fotografen. Auf acht Ausstellungsflächen werden wechselnd Ausstellungen gezeigt.

Weitere Informationen zu Frederick Vidal:
www.frederickvidal.de

Bild: Copright by Frederick Vidal

Bildhinweis: Frederick Vidal: „o. T.“, C-Print, aus der Serie Entropia, 2009

Nadja Schulze   16.06.2010

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