kunsthochschule kassel
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Neue Medien
Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat der Begriff "Neue Medien" eine derartige Verbreitung erfahren, so dass der eigentlich damit gemeinte Bereich nun auch als Synonym für alle anderen Medien dient. Allein dadurch sind der Begriff und seine Definition sehr diffus geworden. Doch bevor man das Studium der "Neuen Medien" beginnt, sollte man sich im Klaren darüber sein, was der eigentliche Gegenstand des ausgewählten Studiengangs ist.

Was also meint die Bezeichnung "Neue Medien"?
Oft beschreibt der Begriff "Neue Medien" lediglich den Gebrauch und Einsatz von Computern in jenen Medien, die zuvor ohne digitale Hilfe auskamen, zum Beispiel Film, Fotografie oder grafische Gestaltung. Hierdurch wird also ein Prozess gekennzeichnet, nicht aber ein Produkt. Daneben gibt es die "wirklichen" neuen Medien. Diese sind untrennbar mit Rechner- bzw. Computersystemen verbunden, wie beispielsweise das Internet, interaktive 3D-Animationen (komplexe Realitätssimulationen), Computerspiele und interaktive Installationen. Aber auch diese Formen greifen immer auf herkömmliche Medien zurück. So wird im World Wide Web das Internet mit Fotografie, Video, Grafiken und Text lebendig. Computerspiele und 3D-Animationen nutzen filmische Metaphern, wie Kamera und Licht, um Raum darzustellen. Und auch interaktive Installationen basieren auf Projektionen von bewegten Bildern, Ton oder Licht. In beiden Fällen wird eine Schnittstelle beschrieben, die auf dem Gebrauch von Computern basiert.

Wirklich "Neu" sind also nur Produkte des Einsatzes der "Neuen Medien". Interaktivität oder Vernetzung nenne ich nur als Beispiele. Hier liegt der wirkliche Schwerpunkt des Studiengangs. Wir forschen im Bereich der Produkte des Einsatzes der "Neuen Medien".

Im Studium wollen wir keine "Operator" ausbilden, die für andere programmieren oder Applikationen anwenden können, sondern Denker und Kreative, die ihr eigenes Medium verstehen, genießen und auch anzuwenden lernen. In Falle von "Neuen Medien" bezieht sich dies auf die Anwendung vom Computer in der gesamten Medienwelt. Von den Studierenden erwarten wir die selbstständige Erarbeitung eigener Projekte ebenso, wie das Erlernen eines professionellen Umgangs mit dem Computer. Dazu werden Workshops und Kurse angeboten, in denen sowohl technisches als auch theoretisches Wissen vermittelt wird. Die heutigen Programmiersprachen, Applikationen und Anwendungsgebiete sind so zahlreich, das es nahezu unmöglich ist, dies alles zu erlernen oder in der Lehre anzubieten. Da der Schwerpunkt des Studiums auf Gestaltung und Anwendung basiert, ist es den Studenten überlassen, welche Technologien sie erlernen und welche Medien sie anwenden.
Die Praxis an Projekten, die auch umgesetzt werden, bildet einen Schwerpunkt dieses Bereichs. Deshalb wird der Kontakt zu Industrie, Medienwelt und öffentlichen Institutionen durch Zusammenarbeit an Projekten immer wieder gesucht.

(siehe auch http://nm-khk.blogspot.com)

  16.11.2007

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