kunsthochschule kassel
Rundgang Kunsthochschule Kassel 2012
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Übersicht Dozenten Lehrveranstaltungen Bewerbung
Industriedesign english version
Das Studium des Industriedesigns vermittelt nicht nur die technischen Grundlagen der industriellen Gestaltung. Es vermittelt vor allem die Fähigkeit, Zukunftsvisionen plastisch und damit greifbar zu machen. Es gilt, ein Gespür für den kulturellen Umgang mit der Form zu entwickeln.

Entwurf und Materialien stehen im Zentrum der Lehre. Für Materialien zu sensibilisieren heißt, ihre haptische Qualität zu kennen, sich auf ihre experimentelle Verwendung zu verstehen, sie ästhetisch manipulieren und ihre Transformation im Produktionsprozess bestimmen zu können.

Aber ebensowichtig wie zu Material und Entwurf hinzuführen, ist es, Erkenntnisprozesse zu stimulieren. In welch hohem Maß die industrielle Gestaltung unsere Realität ausformt, muss bewusst sein. Unter Einbeziehung von Soziologie, Philosophie, Psychologie, Ökonomie, Zukunftsforschung, Materialforschung und Politik soll diese Bewusstheit erreicht und in eigenen Entwürfen glaubhaft gemacht werden.

> Ohne Freiheit keine Innovation

Wer den Weg zu eigenen Wegen und Ansätzen finden will, muss nicht nur die klassischen, sondern auch die experimentellen Entwurfsprozesse kennen. Zu ihnen vor allem will die Lehre animieren. Denn Grundvoraussetzung für alle Erfindung, alles Neue ist die lustvolle Entdeckung der individuellen gedanklichen Freiheit.

In einer immer komplexer werdenden Wissenswelt sollen eine eigene Sprache, eigene Methoden entwickelt werden, die dann wiederum als persönliches Werkzeug in jeder Phase des Entwerfens genutzt werden können.

Wenn aber die Entwicklung der Idee Motor des Entwurfsprozesses ist, dann versetzt der praktische Einsatz ins Cockpit. Wie in einem Fahrsimulator die ganze Vielfalt der möglichen Umsetzungen auszutesten, ist eine ganz wichtige Phase der Entwicklung. Dabei sind alle Modelle denkbar, ob dreidimensionale oder graphische, ob Filme oder Texte, ob als funktionales Produkt oder als neuartiger Service, kein Ansatz wird von vornherein ausgeschlossen. In dieser Phase wird auch die Kunst der Konzeptsprache geübt, denn ein gut formuliertes Konzept beeinflusst seine Form nachhaltig.

Solche Simulationen finden ihre natürliche Umwelt in einer Fabrik der Zukunft. Sie ist eine der Plattformen im Bereich Industrie-Design, in der Szenarien erprobt werden können, die sowohl das Wohnen, Leben und Arbeiten als auch die technischen Möglichkeiten der Zukunft ausloten.

> Was bedeutet Produktion?

Industrielle Gestaltung vollzieht sich immer in einer sozialen Interaktion, in einem Kontext und im Spannungsfeld von Technologie und künstlerischem Verständnis. Die Wege, die ein Produkt bis zu seiner Marktreife zurücklegt, sind vielfältig, kommunikationsintensiv und vor allem interdisziplinär. Es gilt zu lernen, wie die Nutzer, die Firmen, die Ingenieure, ein Markt, ein Umfeld und neue Materialien auf geschickte Weise miteinander vernetzt werden können.

Von einem Gestalter wird vorausgesetzt, dass er Generalist ist und sich in diesen ganz unterschiedlichen Bereichen leichtfüßig bewegen kann. Das wiederum verlangt eine Abkehr vom Spezialistentum, eine allgemeine Sprache, die Ideen befördern kann, ohne deshalb beliebig zu werden. Alle gängigen Darstellungsformen werden für diesen aufwändigen Kommunikationsprozess durchgespielt.

Dafür ist von Vorteil, alle Wege und Sprachen der Produktion kennen zu lernen: von der Kleinserie einer Manufaktur über die industrielle Massenproduktion bis hin zum maßgeschneiderten Einzelstück. Über das Anfertigen von Modellen, die Simulation im Rechner bis hin zum lasergestützten dreidimensionalen Ausdruck einer im Fachbereich angesiedelten Rapid-Prototype-Maschine und die Einbeziehung aller relevanten Werkstätten der Kunsthochschule werden die Möglichkeiten erprobt und in Erfahrungen verdichtet.

Langlebige Produkte entstehen im Spannungsfeld verschiedener Bedürfnisse und den daraus resultierenden Strategien. Sei es im Bereich von Angebot und Nachfrage, in den Nischen eines globalisierten Marktes oder im Dienst der Corporate-Design-Philosophie einer Unternehmung. Die Vermarktung eines Produkts ist wie der Ideenreichtum, aus dem es geschöpft ist, wichtiger Bestandteil des Erfolgs. Eine Produktidee kommt erst dann zum Tragen, wenn alle einzelnen Schritte bis hin zum Adressaten als ein Weg begriffen werden.

Die Ausbildung in diesem Bereich sucht und fördert die Zusammenarbeit mit der Industrie als Partner der Umsetzung.


Industrial Design

At the department in Kassel, students are not merely provided with a solid grounding in the technical basics of industrial design. Above all, they are encouraged to develop their ability to tangibly express their own ideas by single-handedly bringing them to fruition.



Likewise, our teaching concept places great value on the cultivation of a sensibility for the relationship between culture and form. Developing awareness for the design process itself as well as a feel for materials are further key aims of the teaching programme. In addition, students are taught to investigate and question the extent to which industrial design influences our collective perceived reality. Our teaching programme helps cultivate this awareness by including many parameters traditionally associated with sociology, philosophy, psychology, economics and politics as well as research into materials and future prognostics. Once students have begun to grasp the significance of these inter-connections, they are in a position to communicate this understanding convincingly in their own design ideas.



Designing and Simulation

Familiarity with classical design processes is not enough to enable students to discover their own problem-solving approach to design. Rather, they must also be prepared to experiment freely.



Inspiring students to engage on their own individual path of discovery is one of the central tenets of our teaching concept. A key determinant of the success of an invention is the extent to which the designer has been able to cultivate a carefree and enjoyable approach to design, thereby enabling him/her to visualise outside conventional boundaries and self-imposed constraints. In turn, this leads to a better understanding of the potential impact which a design decision can have on our social, natural and artificial environment. If we regard the development of the idea as the driving force behind a design process, then the process of putting it into practice could be said to be found in the cockpit. As is the case with flight simulations, testing a whole variety of possible strategies and realisations is an essential phase in product development. At this initial stage, all potential models and procedures are equally conceivable and appropriate, whether they are 2-D or 3-D, film or text, a functioning product or even a new service: no approach is excluded at the outset.



During this phase, students gather valuable experience in the process of concept development. Correspondingly, they gain first-hand knowledge of the importance of clearly formulating concepts and how this profoundly affects form in later stages.



Production and Marketing

Industrial design is always embedded in a particular context and as part of a process of social interaction. Similarly, it is unavoidably influenced by the underlying tensions between technology and artistic understanding. The paths which a particular product may follow during the various stages in its development are multifarious, rife with discussion and, above all, interdisciplinary. It is important for students to learn how the product-specific features of potential users, companies, engineers, markets, environments and new materials can be skilfully incorporated into the final design. Successful designers are all-rounders, able to move competently and confidently in a wide range of different subject areas.



It is therefore of indisputable advantage to students of design when they are familiar with the many ways and means of production: these include, for example, the manufacture of a small range through industrial mass-production to tailor-made one-offs. Every possibility can be tried and tested and incorporated as part of this learning experience. The process can just as much involve model construction, computer simulations and 3-D printing on the department‘s rapid prototype machine as experimentation in any of the numerous workshops in the School of Art and Design.



The ability of a designer to market his/her product is just as important a determinant of its later popularity as the quality of the original idea leading to its realisation. Each step on a product‘s pathway, from initial conception to release on the consumer market must be perceived as an integral part of the design process if an idea is to succeed in practice. With this in mind, the department is committed to working closely with industrial partners, allowing our students to gain experience later invaluable for their future careers.

Prof. Oliver Vogt   16.11.2007

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