29.06.2018 – 01.07.2018

And how it will live after I created it.

„My inspiration is our bodies abilities. How much we can stretch ourselves, or how strong we can be in some moments. And first of all the beauty of movements matter form me. And when I create movements, it has to interact with objects around me somehow. And how it will live after I created it.“ Ivan Sakhnov from Taet Vremya-collective.

In den Videoarbeiten „studiodreh_haedarkhorsewie“, welche in Kollektiv-Arbeit mit "Taet Vremya" und "Hä*Wie!?" entstanden sind, ist eine Gruppe junger Männer in Hipster-Klamotten zu beobachten, die jeweils kurze Bewegungssequenzen und -szenarien ausführen und performen. Dabei setzen sie ihren Körper auf ungewöhnliche und auch witzige Weise ein und formen dadurch für kurzen oder finalen Moment individuelle oder soziale Skulpturen im Raum. Die Videoarbeiten sind in Bewegungsformen und Szenarien gesammelt, bewertet und klassifiziert. Es ist eine Art Archiv, Lexikon, Alphabet, Akkumulation von Bewegungsmöglichkeiten und Szenarien.

Die in dem Video festgehaltenen, lapidaren Bewegungsabläufe und Szenarien sind zum Teil durch frühe Arbeiten von Koki Tanaka inspiriert. Tanaka hatte darin die Beziehung zwischen Objekten und Handlungen untersucht und verborgene Potenziale von Alltagshandlungen und -Gegenständen freigelegt. In der Video-Reihe „studiodreh_haedarkhorsewie“ treten an die Stelle von Tanakas Gegenständen die Körper bzw. Körperteile der jungen Männer. In sich wiederholenden Bewegungsabläufen generieren sie immer wieder neue geometrische, aber auch absurde Formen und Muster. Neben dem Körper, seiner physischen Präsenz und Formbarkeit geht es darin immer auch um die Interaktion und um die erweiterten Möglichkeiten eines Handelns in Gemeinschaft.

Die Arbeit mit dem nackten Körper, Objekten, Gruppen mit und ohne Kausalbeziehungen generiert ein praktisches Unterscheidungsvermögen und ein Wertesystem. Vom dem Gefühl geleitet für die Wertigkeit und dem daraus resultierenden Konsenz der Bewegungen hinterfragen sie mit ihren kreierten Bewegungen Kontexte unterschiedlichster Art. Es werden Themen angesprochen wie Sexualität, Spiritualität und Ästhetik.

Die Performance baut auf den Video-Arbeiten auf und versteht sich als eine Bewegungsstudie, in der die Bewegung nach seiner Wertigkeit, Absurdität, Essenz und Natürlichkeit aus einem Kontext der Bewegungsfindung und -schöpfung hinterfragt. Hierbei entsteht ein fragmentierter Einblick in Wort und Bewegung über meine Entwicklung, Schöpfung und Entscheidung.

Nils Löfke (*1990) studierte ab 2012 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg Film, Performance und zeitbasierte Künste (Abschluss im Februar 2018). Er lebt zur Zeit in Kassel.

Vernissage
Freitag, 29. Juni, um 18 Uhr

Ausstellungsdauer
29. Juni bis 1. Juli

Ort
STELLWERK KulturBahnhof Kassel
Rainer Dierichs Platz 1
34117 Kassel




Alle Veranstaltungen