LËXA. Ein Film von Ippolit Vikhorev.

17.11.2016 18:00 UHR

LËXA. Ein Film von Ippolit Vikhorev

Der Film LËXA von Ippolit Vikhorev (Kunsthochschule Kassel) feiert am 17. November um 18 Uhr (BALI) im Rahmen des 33. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestivals Premiere.

Mit sieben Jahren wurde Ippolit Vikhorev aus seinem Leben herausgerissen, als er Sankt Petersburg (Stadtteil Viborgskiy Rayon) verließ, um bei seiner Mutter in Deutschland zu leben. Das ist nun 19 Jahre her, seitdem auch die Freundschaft zwischen Ippolit und seinem besten Freund Lëxa zerbrach. Aber nicht nur diese Freundschaft verblasst seit seiner Auswanderung, sondern auch die wenigen Kindheitserinnerungen. Brillant, melancholisch, aber auch ermunternd zugleich beweist der Jungregisseur Ippolit Vikhorev mit seinem Film LËXA, dass aus einer Handvoll von kleinen Geschichten, eine große Geschichte möglich ist, wenn man bereit ist, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Aber ihm ist auch bewusst, dass die Erinnerung kein getreues Abbild der vergangenen Wirklichkeit ist: „Wenn wir uns erinnern, konstruieren wir jedes Mal eine neue Erinnerung, da wir uns natürlich nicht eins zu eins an das Vergangene zurückerinnern können. Die Reifung macht uns irgendwie auch zu Lügnern“, so Vikhorev.

So begibt sich Vikhorev auf Spurensuche nach der eigenen Vergangenheit. Er reist zurück an die Orte, an denen die verbliebenen Erinnerungen entstanden sind und präsentiert in 6 Kapiteln die Originalschauplätze, die ihm in seiner Kindheit zusammen mit seinem besten Freund LËXA wichtig waren. „Die Dreharbeiten waren für mich zum Teil sehr emotional. Ich kehrte an die Orte zurück, wo ich seit meiner frühen Kindheit nicht mehr war. Diese Orte haben für mich persönlich eine besondere Energie“, verrät der Filmkünstler.

Vikhorev beweist, dass er seine Arbeit nicht nur künstlerisch, sondern auch wissenschaftlich beherrscht. Sein Filmprojekt hat er wissenschaftlich untermauert, indem er in unterschiedlichen Werken zum Thema Erinnerungen, wie z. B. Kindheitsamnesie, Vergessen oder Wahrnehmung, recherchiert und sich mit den Inhalten auseinandergesetzt hat. Die passenden Begriffe filterte er schließlich heraus, bettete diese in Form von gelesenen Zitaten in seinen Film ein.

Durch McAdams These: „Um mich zu kennen, musst du meine Geschichte kennen; denn meine Geschichte definiert, wer ich bin“, wird klar, dass Vikhorev das Publikum nicht nur an seinem Filmwerk, sondern auch an seinem Leben teilhaben lässt.

Mehr Infos zur Filmpremiere von Ippolit Vikhorev unter www.kasselerdokfest.de

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