03.11.2015 18:00 UHR

under construction, 6 Performances an zwei Orten

Wenn Kunst nicht mehr im vollendeten Werk endet, sondern bereits vorher anfängt, im Prozess des Werdens, dann steht die Methode Kunst gleichberechtigt neben der künstlerischen Arbeit an Inhalten, Aussagen und Wirkungen, an der Behauptung von Bedeutung. Künstlerisches Arbeiten ist dann Ereignis und Aufführung, das Objekt geht in der Performance auf. Und die Kunst endet in einem Modell von Wahrnehmen, Denken und Handeln.

Unter dieser Prämisse haben Studierende der Kunsthochschule Kassel in einem Seminar von Bernhard Balkenhol Performances entwickelt, die im November/Dezember in der Neuen Brüderkirche Kassel und Tango Querido - Schule für TangoTanz & TangoKultur zu sehen sein werden. Diese beiden Orte mit ihrem spezifischen Charakter und Kontext waren unter Anderem Gegenstand der Reflexion von alltäglichem und symbolischem Handeln, von künstlerischem und ritualisiertem Verhalten, von Untersuchungen und Erprobungen performativer Möglichkeiten, und wurden so zu Aufführungsorten.

Dienstag, 3. November, 18 Uhr, Neue Brüderkirche, Kassel, Weserstr. 26: Laura Riese mit „weiter reichen“

Freitag, 13. November, 18 Uhr, Neue Brüderkirche, Kassel, Weserstr. 26: Alex Mühlens mit „Herde sein?“

Montag, 16. November, 18 Uhr, Neue Brüderkirche, Kassel, Weserstr. 26: Marius Wagner mit „Sündenabfall“

Donnerstag, 26. November, 18 Uhr, Neue Brüderkirche, Kassel, Weserstr. 26: Rebecca Korek mit „Privatrausch“

Donnerstag, 3. Dezember, 20 Uhr, Tango Querido - Schule für TangoTanz & TangoKultur, Kassel, Sickingenstr. 10: Anna Mattern mit „Gestalten“ und Bahiyyeh Panahl mit „versteckt oder nicht“

Laura Riese dekonstruiert verschiedene Versionen des agnus dei und versucht, begleitet von einer Lichtinszenierung, dem Kirchenraum eine neue Aura zu geben. Alex Mühlens wird eine Herde Schafe in den Kirchenraum treiben, um die Metaphern zu überprüfen, die die Schafsherde und das Lamm in religiösem Kontext gebildet haben. Marius Wagner wird das große Tuch „Sammlerstück, made in germany“(2011) mit den über 30 000 Knöpfen von Lilian von Philippovich über dem Altar abnehmen, um das Kreuz, das sich dahinter verbirgt, einer „Waschung“ zu unterziehen. Rebecca Korek trägt über Alltagsgeräusche und Bilder ihr privates Zuhause in den Kirchenraum. Anna Mattern stellt über Bewegungen und Bekleidung die Lesbarkeit ihres Körpers in Frage und Bahiyyeh Panahl fragt in einer Videoperformance: Wo bin ich, wenn mich niemand sieht?




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