© Alba DÚrbano / Tina Bara, 2018. „Covergirl, Wespen-Akte: Der Spiegel“, 2015, Siebdruck auf Spiegel, 60 x 42 cm

29.05.2018 18:00 UHR

Vortrag Covergirl: Wespen-Akte von Tina Bara und Alba D'Urbano

Die Basisklasse Bildende Kunst (Kunsthochschule Kassel) lädt die Künstlerinnen Tina Bara und Alba D’Urbano für einen Vortrag zu ihrem Projekt Covergirl: Wespen-Akte ein.

Covergirl: Wespen-Akte beschäftigt sich mit Bedeutungsaufladungen, Zirkulations-, Rezeptions- und Kontextbedingtheiten fotografischer Bilder im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Systemen, mit Politik und Kunst sowie mit Erinnerung, Geschichtsrekonstruktion, Vergangenheit und Gegenwart.

Als Teil eines Konvoluts von fotografischen Aufnahmen, die eine Gruppe junger Frauen nackt an einem See zeigen, landete es im Archiv der Staatssicherheit der DDR und füllte dort zusammen mit anderen Materialien diverse Akten unter dem Decknamen „Wespen“. Dieser Deckname bezeichnete einen operativen Vorgang, der sich mit den „Frauen für den Frieden“ beschäftigte – eine oppositionelle linke Vereinigung der DDR gegen den zunehmenden, auch die zivilen Bereiche durchdringenden, Militarismus in der DDR und die Aufrüstung im Rahmen des Kalten Krieges.

In der mehrteiligen, multimedialen Arbeit Covergirl: Wespen-Akte (Fotografie, Text, Video, Zeichnungen, Installation) geht es um die Zirkulation und unterschiedlich motivierten Aneignungen dieses Bildkonvoluts: wie private Erinnerungsfotos ambitionierter Amateurfotografinnen mit politischem Hintergrund (Katja Havemann und Tina Bara) zum Dokument und Beweismaterial der Staatssicherheit werden, um Jahre später als Kunstgegenstand im westlichen Kunstkontext zu erscheinen. 

Alba D’Urbano und Tina Bara werfen damit einerseits Fragestellungen zur aktuellen Kunst- und Medienpraxis auf und gehen andererseits der Rekonstruktion biografisch erlebter Geschichte nach. Diese wirft zahlreiche Fragen zur Identitätsbildung und Identitätskonstruktion auf. Sie ist eng mit der jüngeren deutschen Geschichte und entsprechenden kontroversen aktuellen Diskussionen verbunden.
Recherche, Analyse und poetisch-metaphorische Narration werden in diesem multimedial angelegten Projekt vielschichtig miteinander verzahnt.

Termin & Ort
29. Mai 2018, 18 Uhr
im Hörsaal der Kunsthochschule Kassel




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