Wir werden Sie vermissen, Prof. Gabriele Franziska Götz!

Die Kunsthochschule Kassel (KhK) verabschiedet Prof. Gabriele Franziska Götz in den Ruhestand. Aber alle, die sie gut kennen, wissen, dass sie mit Elan als Gestalterin und Autorin weiterarbeiten wird.

Prof. Götz hat unzählige Abschlussarbeiten betreut, war an verschiedenen interdisziplinären Projekten (wie Forschungswerkstatt Stadt – Sozialer Raum, Träume von Wissensräumen, Cyberfeminism) beteiligt und hat 12-mal die Grafikarbeiten Print und Digital zu den Jahresausstellungen der Kunsthochschule (Rundgang und EXAMEN) betreut. Die Arbeiten gingen nicht ohne ihren letzten kritischen Blick in den Druck. In jedes Projekt steckte Prof. Götz viel Energie und großen Einsatz. Die Bilanz, die sie nach zwölf Jahren an der KhK vorlegen kann, ist beeindruckend.

Prof. Götz liegt es besonders am Herzen, das Verständnis für Kunst und Visuelle Gestaltung in der Gesellschaft zu verbessern, begreifbar zu machen und zu vermitteln. Redaktionelles Gestalten setzt sich mit verschiedenen Medien – print bis digital – und gesellschaftlichen, politischen Entwicklungen auseinander.

Bekannt ist Prof. Götz für ihre professionell-präzise Arbeitsweise, Verbindlichkeit und Kollegialität. Bei ihr wusste man sofort, wie die gestalterische Arbeit ausfiel, wenn sie äußerte „Das geht gar nicht“. Sie nahm kein Blatt vor den Mund, jedoch ohne dabei verschlossen gegenüber anderen Meinungen zu sein. Wichtig war ihr das forschende Lehren in der Ausbildung. Ihre Studierenden sollten frühzeitig lernen, eine eigene Haltung zu entwickeln und sich verbal zu positionieren, um visuelle und textuelle Zusammenhänge zu erforschen. Bei ihr konnte man lernen, dass das Feld der Redaktionellen Gestaltung viele thematische und mediale Möglichkeiten bietet, sich weiterzuentwickeln. Viele Absolvent*innen von Prof. Götz haben neue Arbeitsfelder erschlossen, in denen sie heute erfolgreich sind.

Ihr letztes Semester an der Kunsthochschule wurde durch die Corona-Pandemie überschattet und gestaltete sich anders als geplant. Dennoch machte Prof. Götz zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Milena Albiez das Beste aus der Situation. Sie entwickelten ein virtuelles Semester, luden Gastdozent*innen für digitale Workshops ein und setzten z.B. die Software Slack für die Teamkommunikation ein.

Die Arbeit an der Kunsthochschule endet für Prof. Götz nicht abrupt. Aktuell betreut sie diverse Projekte, u.a. das Jubiläumsprojekt „50 Jahre Universität Kassel“. So wird es für sie ein gleitender Ausstieg aus der Lehre, um im Anschluss in ihrem Ein-Frau-Studio ambulantdesign die eigene künstlerische Position weiterzuentwickeln. Prof. Götz plant unter anderem eine Publikation, die ihre Lehre reflektiert und Zukunftsszenarien auch für Kunsthochschulen entwickelt. Auf Basis ihrer Erfahrung möchte sie klären, was gegenwärtige Problemstellungen für neue Arbeitsfelder der Gestaltung und interdisziplinäre Zusammenarbeit bedeuten.

Die Kunsthochschule dankt Prof. Götz für ihre wertvolle Arbeit und wünscht ihr alles Gute für die Zukunft.

(Text: Çiğdem Özdemir)

Links:
www.ambulantdesign.nl
redges.uni-kassel.de

 

 

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