Die Kunsthochschule Kassel trauert um den ehemaligen Professor Floris Neusüss

Die Kunsthochschule Kassel trauert um Floris Neusüss (*1937 in Lennep), der am 01. April im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Er war einer der innovativsten Fotografen der vergangenen sechs Jahrzehnte und gilt als einer der Hauptvertreter der experimentellen Fotografie in Deutschland.

Der gelernte Fotograf studierte an der Werkkunstschule Wuppertal und an der Bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München. Seit 1966 arbeitete Neusüss als freier Dozent an der Kunsthochschule. Sechs Jahre später folgte seine Berufung zum Professor für Fotografie an die Kunsthochschule Kassel. Neusüss lehrte vertieft experimentelle Fotografie. Von 1972 bis 1982 gründete und leitete er an der Kunsthochschule über zehn Jahre das „Fotoforum Kassel“. Kassel wurde dadurch zu einem Zentrum und internationalen Schnittpunkt einer zweiten Avantgarde in der Fotografie.

Neusüss war von der Idee fasziniert, die Fotografie gegen den Strich zu bürsten und sie zur Erfindung neuer Bildwelten einzusetzen. Zudem erfand er das sogenannte Nudogramm, ein fotografischer Schattenriss der menschlichen, in erster Linie weiblichen Figur.

2002 wurde Neusüss emeritiert. Zehn Jahre später ging sein Vorlass an das documenta Archiv in Kassel. Bis zu seinem Tod lebte und arbeitete Neusüss in Kassel.

Die Kunsthochschule Kassel nimmt Abschied von Floris Neusüss – in Trauer und zugleich in Dankbarkeit für sein langes, vielfältiges und engagiertes Wirken an der Kunsthochschule Kassel.

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