Porträt der Kunsthochschule Kassel

Die Kunsthochschule Kassel zählt zu den wenigen international orientierten Kunsthochschulen, die wissenschaftliche, künstlerische und kunstpädagogische Studiengänge zusammenbringen. Mit dem Promotions- und Habilitationsrecht gehört sie darüber hinaus zu einer Handvoll ausgewählter künstlerischer Hochschulen in Deutschland mit Universitätsstatus. Etwa 1000 Studierende einschließlich der Meisterschüler*innen sind derzeit in den Studiengängen Bildende Kunst, Kunstpädagogik, Kunstwissenschaft, Produktdesign und Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel eingeschrieben.

Neben den studiengangspezifischen Einrichtungen bietet die KHK den Studierenden disziplinübergreifende Werkstätten für alle Denk- und Arbeitsprozesse. Mit der herausragenden Anzahl von insgesamt 13 Werkstätten setzt sie damit Traditionen des Bauhauses fort, handwerkliche und künstlerische Kompetenzen konstruktiv miteinander zu verbinden.

Die Bereichsbibliothek (BB8) in der Kunsthochschule Kassel unterstützt Lehre und Studium mit ihren vielfältigen Beständen in Kunst, Design und Medien. Sie ist ebenso wie ein dreigeschossiges Hörsaalgebäude, die Mensa, diverse Werkstätten und die Ateliers des  Studiengangs Visuelle Kommunikation im Gebäude von Paul Friedrich Posenenske (Baujahr 1962) an der Karlsaue untergebracht. Dieses Kompartiment des dreigliedrigen Hochschulbaus, hat sich über die Jahrzehnte zu einem architektonischen Wahrzeichen der Kunsthochschule entwickelt. Auch die visuelle Identität der Kunsthochschule orientiert sich an Posenenskes Architektur, indem sie das Rastersystem des Gebäudekomplexes zum grafischen Ausgangspunkt offizieller Kommunikation macht.

Interdisziplinarität + Individualität

An der Kunsthochschule Kassel ist künstlerische Freiheit vereint mit wissenschaftlichem Denken und erlaubt den Studierenden, Kunst und Kultur aus verschiedenen Blickwinkeln kennenzulernen. Wir bieten engagierten und motivierten Menschen beste Voraussetzungen zur Entfaltung ihrer Begabungen und vielfältige Möglichkeiten interdisziplinärer Arbeit über die Grenzen einzelner künstlerischer Disziplinen hinweg. Studierende der Kunsthochschule Kassel können in eigener Verantwortung entscheiden, wie sie die künstlerische Freiheit mit dem wissenschaftlichen Lehrangebot verknüpfen wollen. Qualifizierte Professorinnen und Professoren aller Fachgebiete unterstützen sie dabei in enger Zusammenarbeit.

Impulse + Innovationen

Die Kunsthochschule Kassel versteht sich als Ort des ständigen Wandels, an dem die Studierenden durch ihre Impulse und die Suche nach Innovationen beteiligt sind. Sie entwickeln sich nicht nur fachlich weiter, reifen persönlich und werden auf die Berufswelt vorbereitet - durch ihre künstlerische Arbeit tragen sie auch zur stetigen Weiterentwicklung der Kunsthochschule Kassel bei. Studierende werden hier nach Potential und Persönlichkeit ausgewählt. Wer seinen ganz eigenen künstlerischen Weg gehen möchte, findet bei uns Förderung und Herausforderung. Wir suchen Studierende, die zu uns passen: einer Kunsthochschule mit Tradition einerseits, andererseits eine, an der Persönlichkeiten willkommen sind, die gewohnte Wahrnehmungen aufbrechen und nach neuen Ausdrucksformen suchen wollen.

Internationalität

Internationaler Austausch ist ein wesentlicher Bestandteil des Selbstverständnisses der Kunsthochschule Kassel. Im Rahmen des Erasmus-Programms pflegen wir u.a. einen Austausch mit Belgien, England, Frankreich, Spanien, Portugal, der Türkei und Italien.

Studierende aus Spanien, Italien, China, Korea, Japan, England, Bulgarien und anderen Ländern erhalten während ihres Auslandsstudiums an der Kunsthochschule Kassel nicht nur Einblicke in verwandte oder fremde Kulturen, sondern können eigene thematische Schwerpunkte setzen.

Vernetzung

Die Kunsthochschule Kassel knüpft Verbindungen zwischen Lehre und beruflicher Praxis: Ausgründungen und vielfältige Kooperationen vernetzen die Kunsthochschule Kassel mit ihrem kulturellen und wirtschaftlichen Umfeld. Die intensive Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen und weiteren kulturellen Einrichtungen wie dem Staatstheater Kassel, den Museen der Museumslandschaft Hessen Kassel, dem Kasseler Kunstverein, dem Landeswohlfahrtsverband Hessen u.a. erhöht zugleich die Praxisorientierung und Berufsqualifizierung des Studiums. 

Mit Auszeichnung

Preise und Auszeichnungen unterstreichen die Qualität und Vielfalt der Ausbildung an der Kunsthochschule Kassel. So wurden Lehrende und Studierende quer durch alle Studiengänge bei einer Vielzahl von nationalen und internationalen Wettbewerben für ihre Kurz- und Animationsfilme, Publikationen, Initiativen oder Produkte ausgezeichnet. Sie erhielten z.B. den Publikumspreis des deutschen Kinder-Medien-Festivals GOLDENER SPATZ, den Studio Hamburg Nachwuchspreis, den Max und Moritz-Preis 2014 des Comic Salons Erlangen für die beste studentische Publikation, den Preis für das „Beste Jugendspiel“ beim Deutschen Computerspielspreis, den red dot award oder den Designpreis Deutschland. Sie waren auch unter den Preisträgern von Wettbewerben wie dem Next Generation Short Tiger beim Filmfest in Cannes, der Berlinale, Schönste Deutsche Bücher oder bekamen den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre für die beste studentische Initiative (TOKONOMA - Plattform für junge Kunst und Clubkultur in Kassel).

Ein Blick zurück in die Vergangenheit verrät, dass die Kunsthochschule bereits in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts relativ umtriebig war: Günter Kupetz beispielsweise, Professor für Gebrauchsgüterdesign, entwickelte das Perlmuster-Design der Sprudelflaschen in den 70er Jahren. Der Künstler Karl Oskar Blase, von 1966 bis 1992 Professor für Kunst und Visuelle Kommunikation an der KHK, gestaltete mehrmals das Erscheinungsbild der documenta und war mit seinen Arbeiten dort vertreten. In den 80er Jahren ging der amerikanische Oscar für Trickfilm sogar zweimal an Studierende der Kunsthochschule Kassel: an Wolfgang und Christoph Lauenstein für „Balance“ und an Tyron Montgomery und Thomas Stellmach für „Quest“.