Kunst für das Lehramt an Haupt- und Realschulen

Voraussetzung für das Studium ist eine bestandene Aufnahmeprüfung.

Im Lehramt Haupt- und Realschule studieren Sie das Fach Kunst als ihr erstes oder zweites Fach.

Sie studieren das Fach Kunst an der Kunsthochschule Kassel, die Teil der Universität Kassel ist. D.h. Sie besuchen Veranstaltungen zu großen Teilen gemeinsam mit Studierenden der anderen Lehrämter (L1 und L3) sowie mit Studierenden der Bildenden Kunst, der Visuellen Kommunikation, des Produkt Design und der Kunstwissenschaft.

Das Studium ist modularisiert. Module bestehen meist aus mehreren Veranstaltungen, in denen jeweils Studienleistungen erbracht werden müssen, wenn sie im Modul zählen sollen. Jedes Modul wird mit einer Modulprüfung abgeschlossen. Sie sammeln Ihre Modulbescheinigungen das Studium über, pflegen sie stetig im Sekretariat in das HISPOS ein und reichen sie bei der Meldung zum Ersten Staatsexamen bei der Prüfungsstelle des Amtes für Lehrerbildung ein. Es ist sinnvoll, als Orientierung und Protokoll des eigenen Studiums das Studienheft zu nutzen. Die gesetzlichen Bestimmungen finden Sie in der Modulprüfungsordnung der Universität Kassel für den Teilstudiengang Kunst für das Lehramt an Haupt- und Realschulen und im Lehrerbildungsgesetz.                

Studienverlauf

Das Studium ist aufgeteilt in zwei Phasen:

  • das 2-semestrige Basisstudium und
  • das 4-semestrige Hauptstudium.

Es gliedert sich auf in drei große Bereiche, die integriert und parallel studiert werden:

  • die ästhetische Praxis: künstlerische Arbeit in den Ateliers und gestalterisch-technische Ausbildung in den Studienwerkstätten
  • die Fachwissenschaft: Kunstgeschichte/-theorie/-psychologie/-soziologie/-philosophie
  • die Fachdidaktik: Geschichte und Theorie des Kunstunterrichts, Methoden künstlerischer und gestalterischer Arbeit, Methoden der Vermittlung von Kunst und Alltagskultur im Unterricht.

Zusätzlich zum Fachstudium sind zwei Praktika in der Schule vorgesehen, eines unter erziehungswissenschaftlichem und ein zweites unter fachdidaktischem Schwerpunkt. Beide Praktika werden durch ein vor- und nachbereitendes Seminar begleitet.

Im Mittelpunkt der Ästhetischen Praxis stehen eigene künstlerische Vorhaben. Darin werden geeignete medientechnische und gestalterische Kenntnisse und Fertigkeiten entwickelt und kreatives Verhalten geübt, das zu breiter künstlerischer Produktivität führen soll. Darüber hinaus werden spezifische Darstellungsformen und Techniken erarbeitet, die für den Unterricht in der Haupt- und Realschule relevant sind.

Im kunstwissenschaftlichen Studium soll der Umgang mit Kunst und Phänomenen der visuellen Alltagskultur geübt und reflektiert werden sowie Eigenständigkeit und Sicherheit im Urteil erworben werden.

Das kunstdidaktische Studium soll in Theorien und Methoden des Kunstunterrichts und in die Geschichte des Faches einführen sowie eine eigene fachlich fundierte kunstpädagogische Haltung entwickeln. Es befasst sich insbesondere mit der ästhetischen Praxis von Kindern und Jugendlichen.

Basisstudium

Das Basisstudium findet im 1. und 2. Semester gemeinsam mit den Studierenden der anderen Lehramtsstudiengänge und der Freien Kunst in der Basisklasse statt. Es wird mit der Präsentation einer eigenen künstlerischen Arbeit abgeschlossen. Über die Arbeit in der Basisklasse hinaus sind zwei Veranstaltungen in der Fachdidaktik und der Fachwissenschaft verpflichtend, zwei Einführungskurse in den Werkstätten und eine Exkursion.

Inhalte

Ästhetische Praxis:

  • Entwicklung eines eigenen gestalterischen Arbeitsfeldes im Atelier der Basisklasse
  • Einführung in medienspezifische Arbeitsweisen und Techniken
  • Vorstellung und Diskussion aktueller künstlerischer Positionen
  • Einführungskurse in den Studienwerkstätten

Fachwissenschaft:

  • Einführung in kunstwissenschaftliches Arbeiten
  • Analyse und Interpretation von Kunstwerken
  • Geschichte der Kunst an ausgewählten Epochen und Beispielen

Fachdidaktik:

  • Einführung in die methodische Reflexion künstlerisch-praktischer Arbeit
  • Einführung in Methoden der Auseinandersetzung mit Kunst und Alltagskultur
  • Einführungskurse in den Studienwerkstätten
  • Einführung in Unterrichtsinhalte und -verfahren
  • Einführung in die Theorie und Geschichte des Kunstunterrichts

Hauptstudium

Im Hauptstudium, 3. bis 6. Semester, stellen die Studierenden dem Charakter des Fachs entsprechend selbstverantwortlich ihr Studienprogramm zusammen, indem sie aus dem Angebot der Studieninhalte (gemäß der Studienordnung) in allen drei Fachgebieten Veranstaltungen auswählen und dabei unter Berücksichtigung Schulform bezogener Aspekte Auswahl, Gewichtung und Reihenfolge bestimmen.

Die ästhetische Praxis findet gemeinsam mit den Studierenden des Studiengangs Lehramt an Gymnasien (L3) und der Bildenden Kunst in den Ateliers und Studienwerkstätten statt. Das künstlerische Ziel des Hauptstudiums lässt sich zusammenfassend als reflektiertes künstlerisches Handeln beschreiben: künstlerisches Handeln integriert ästhetische Rationalität und Methodenbewusstsein, kreative Prozesse sowie technisch-handwerkliche Verfahren. Dabei ist künstlerisches Handeln Bildung und Ausbildung zugleich. Ziel des Hauptstudiums ist ebenso, aus den Erfahrungen eigenen künstlerischen Handelns kreative kunstdidaktische Möglichkeiten abzuleiten. So beeinflusst und erweitert künstlerisches Arbeiten die eigene ästhetische Erfahrung und trainiert die Entwicklung kreativer Prozesse auch für den Unterricht. Fachliche Kompetenz ist also sowohl auf die eigene künstlerische Praxis als auch auf Prozesse der Übersetzung dieser Kompetenz in den Unterricht bezogen.

Inhalte

Ästhetische Praxis:

  • eigenständige künstlerische Arbeit (Einzel- und Gruppenkorrektur)
  • gestalterische/künstlerische Übungen in verschiedenen Medien (Zeichnung, Malerei, Skulptur, Objekt, Druckgrafik, Fotografie, Video, Theater/Aktion/Spiel) im Bereich Kunst wie auch in den Bereichen Design, Architektur und Umweltgestaltung
  • Schulorientierte ästhetische Praxis
  • zwei Einführungskurse in den Studienwerkstätten

Fachwissenschaft:

  • Einblicke in die Kunst- und Kulturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart
  • ausgewählte Themen zu Kunst und Künstlern der Moderne und der Gegenwartskunst
  • Methoden des Umgangs mit Kunst und Kultur
  • Alltagsästhetik und Jugendkultur
  • Aspekte der Bezugswissenschaften Kunstpsychologie, -soziologie sowie Wahrnehmungs- und Kreativitätstheorie

Fachdidaktik:

  • Didaktische Konzeptionen des Faches Kunst und ihre Geschichte
  • fachspezifische Unterrichtsinhalte und -verfahren
  • Theorie der ästhetischen Praxis von Kindern und Jugendlichen
  • Reflexion künstlerischer Arbeitsprozesse
  • Themenzentrierte und Aufgabenorientierte künstlerische Arbeit
  • Entwicklung, Erprobung und Reflexion von Unterrichtsmodellen in der Vorbereitung und Durchführung des Schulpraktikums.

Erstes Staatsexamen

Für den ersten Teil des ersten Staatsexamen, die Hausarbeit, können Sie zwischen den von Ihnen belegten Fächern wählen. Wenn Sie sich für das Fach Kunst entscheiden, haben Sie die Möglichkeit, diese Arbeit als eine fachwissenschaftliche, eine fachdidaktische (als wissenschaftliche oder als künstlerische unter didaktischer Perspektive) oder als eine rein künstlerische Arbeit anzufertigen. Dafür haben Sie drei Monate Zeit.

In jedem Fall schreiben Sie noch eine Klausur. Diese muss dann wissenschaftlich ausgerichtet sein, wenn Sie zuvor eine künstlerische Hausarbeit abgegeben haben. Wenn Sie eine wissenschaftliche Hausarbeit geschrieben haben (egal in welchem Fach), dann muss sie künstlerisch angelegt werden (Durchführung in fünf Tagen).

Eine mündliche Prüfung gibt es nicht.