Industriedesign

Das Studium des Industriedesigns vermittelt nicht nur die technischen Grundlagen der industriellen Gestaltung. Es vermittelt vor allem die Fähigkeit, Zukunftsvisionen plastisch und damit greifbar zu machen. Es gilt, ein Gespür für den kulturellen Umgang mit der Form zu entwickeln.

Entwurf und Materialien stehen im Zentrum der Lehre. Für Materialien zu sensibilisieren heißt, ihre haptische Qualität zu kennen, sich auf ihre experimentelle Verwendung zu verstehen, sie ästhetisch manipulieren und ihre Transformation im Produktionsprozess bestimmen zu können.

Aber ebensowichtig wie zu Material und Entwurf hinzuführen, ist es, Erkenntnisprozesse zu stimulieren. In welch hohem Maß die industrielle Gestaltung unsere Realität ausformt, muss bewusst sein. Unter Einbeziehung von Soziologie, Philosophie, Psychologie, Ökonomie, Zukunftsforschung, Materialforschung und Politik soll diese Bewusstheit erreicht und in eigenen Entwürfen glaubhaft gemacht werden.

Ohne Freiheit keine Innovation

Wer den Weg zu eigenen Wegen und Ansätzen finden will, muss nicht nur die klassischen, sondern auch die experimentellen Entwurfsprozesse kennen. Zu ihnen vor allem will die Lehre animieren. Denn Grundvoraussetzung für alle Erfindung, alles Neue ist die lustvolle Entdeckung der individuellen gedanklichen Freiheit.

In einer immer komplexer werdenden Wissenswelt sollen eine eigene Sprache, eigene Methoden entwickelt werden, die dann wiederum als persönliches Werkzeug in jeder Phase des Entwerfens genutzt werden können.

Wenn aber die Entwicklung der Idee Motor des Entwurfsprozesses ist, dann versetzt der praktische Einsatz ins Cockpit. Wie in einem Fahrsimulator die ganze Vielfalt der möglichen Umsetzungen auszutesten, ist eine ganz wichtige Phase der Entwicklung. Dabei sind alle Modelle denkbar, ob dreidimensionale oder graphische, ob Filme oder Texte, ob als funktionales Produkt oder als neuartiger Service, kein Ansatz wird von vornherein ausgeschlossen. In dieser Phase wird auch die Kunst der Konzeptsprache geübt, denn ein gut formuliertes Konzept beeinflusst seine Form nachhaltig.

Solche Simulationen finden ihre natürliche Umwelt in einer Fabrik der Zukunft. Sie ist eine der Plattformen im Bereich Industrie-Design, in der Szenarien erprobt werden können, die sowohl das Wohnen, Leben und Arbeiten als auch die technischen Möglichkeiten der Zukunft ausloten.

Was bedeutet Produktion?

Industrielle Gestaltung vollzieht sich immer in einer sozialen Interaktion, in einem Kontext und im Spannungsfeld von Technologie und künstlerischem Verständnis. Die Wege, die ein Produkt bis zu seiner Marktreife zurücklegt, sind vielfältig, kommunikationsintensiv und vor allem interdisziplinär. Es gilt zu lernen, wie die Nutzer, die Firmen, die Ingenieure, ein Markt, ein Umfeld und neue Materialien auf geschickte Weise miteinander vernetzt werden können. Von einem Gestalter wird vorausgesetzt, dass er Generalist ist und sich in diesen ganz unterschiedlichen Bereichen leichtfüßig bewegen kann. Das wiederum verlangt eine Abkehr vom Spezialistentum, eine allgemeine Sprache, die Ideen befördern kann, ohne deshalb beliebig zu werden. Alle gängigen Darstellungsformen werden für diesen aufwendigen Kommunikationsprozess durchgespielt.

Dafür ist von Vorteil, alle Wege und Sprachen der Produktion kennen zu lernen: von der Kleinserie einer Manufaktur über die industrielle Massenproduktion bis hin zum maßgeschneiderten Einzelstück. Über das Anfertigen von Modellen, die Simulation im Rechner bis hin zum lasergestützten dreidimensionalen Ausdruck einer im Fachbereich angesiedelten Rapid-Prototype-Maschine und die Einbeziehung aller relevanten Werkstätten der Kunsthochschule werden die Möglichkeiten erprobt und in Erfahrungen verdichtet.

Langlebige Produkte entstehen im Spannungsfeld verschiedener Bedürfnisse und den daraus resultierenden Strategien. Sei es im Bereich von Angebot und Nachfrage, in den Nischen eines globalisierten Marktes oder im Dienst der Corporate-Design-Philosophie einer Unternehmung. Die Vermarktung eines Produkts ist wie der Ideenreichtum, aus dem es geschöpft ist, wichtiger Bestandteil des Erfolgs. Eine Produktidee kommt erst dann zum Tragen, wenn alle einzelnen Schritte bis hin zum Adressaten als ein Weg begriffen werden.

Die Ausbildung in diesem Bereich sucht und fördert die Zusammenarbeit mit der Industrie als Partner der Umsetzung.

Lehrende

Vogt, Oliver

Vogt, Oliver

Professur für Industriedesign

- Geboren am 12. Juli, 1966 in Essen, Deutschland
- Studium Industrial Design an der Hochschule der Künste, Berlin
- Dipl. Designer
- Freischaffender Designer bei der ProduktentwicklungRoericht, Ulm
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Schäfer, Peter

Schäfer, Peter

Künstlerischer Mitarbeiter Produktdesign/Industriedesign

* 1980 in Waiblingen.

Nach einer Ausbildung zum Modellbauer studierte Peter Schäfer an der Fachhochschule Pforzheim, sowie an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe bei Volker Albus und Hansjerg mehr…

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